Bescheidene Beteiligung an Appell gegen Bescheidenheit

LÜDENSCHEID ▪ Mit der Forderung „Schluss mit der Bescheidenheit“ wollte die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi heute auch von Lüdenscheid aus „ein deutliches Zeichen nach Ostwestfalen schicken“, wo die Tarifgespräche fortgesetzt worden sind. Doch die Ankündigung von Gewerkschaftssekretär Dietmar Skowasch-Wiers, Kinder und Altenheime der Arbeiterwohlfahrt in der Kreisstadt bestreiken zu lassen (wir berichteten), stieß bei den Beschäftigten eher auf geteilten Zuspruch. Nur eine von drei Einrichtungen blieb geschlossen.

Während der Awo-Kindergarten am Duisbergweg tatsächlich den Betrieb einstellte und die Erzieherinnen am Morgen zu einer Demonstration nach Gevelsberg aufbrachen, ging der Betrieb im Kindergarten Am Sonnenhang und im Seniorenheim Parkstraße ohne Einschränkungen über die Bühne. Eine Erzieherin vom Sonnenhang erklärte dazu, die Gewerkschaft habe die Kolleginnen „viel zu spät“ über einen Ausstand informiert. „Da ist einiges schief gelaufen.“ Man müsse genug Vorlauf haben, um die Eltern zu benachrichtigen, damit die eine Ersatzbetreuung organisieren können. Auch in der Verwaltung des Seniorenheims hieß es gestern: Kein Streik. Gewerkschaftssekretär Skowasch-Wiers begründete dies mit dem plötzlichen Auftauchen eines Virus’ in dem Altenheim. „Überraschende Aktionen zum Nachteil von Kindern und alten Menschen“ hatte er vergangene Woche ohnehin ausgeschlossen.

Stattdessen war die Verdi-Geschäftsstelle an der Kölner Straße gestern unbesetzt. „Unser Büro bleibt heute wegen einer internen Sitzung geschlossen“, gaben die Funktionäre per Aushang an der Tür bekannt. In dringenden Fällen seien sie aber telefonisch zu erreichen. „Wir bitten um Ihr Verständnis.“

Die Gewerkschafter zeigten sich – abgesehen von der geringen Beteiligung Lüdenscheider Awo-Beschäftigter – mit der Resonanz auf ihren Aufruf insgesamt zufrieden. Aus Hagen, dem Ennepe-Ruhr-Kreis und dem Märkischen Kreis hätten 180 Leute an der Demo teilgenommen. Skowasch-Wiers: „Gerechnet hatten wir mit 100.“

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