„Tarifvertrag ist etwas Kostbares“

Bernd Schildknecht geht nach 40 Jahren hauptamtlicher IG-Metall-Arbeit in Rente.

Lüdenscheid - „Man wächst mit jeder Verhandlung in sein Amt“, sagt Bernd Schilknecht. Nach 40 Jahren hauptamtlicher IG-Metall-Arbeit ist da einiges an Erfahrung zusammengekommen. Rund 1300 Betriebsversammlungen hat der 65-Jährige in dieser Zeit mitgemacht, in denen es zum Teil „rauf und runter“ ging.

Tausende Betriebsratskandidaten habe er erlebt, 13 Wahlperioden von Betriebsräten, 1700 Funktionsträger in 220 Betrieben gebe es. Rund 23 000 Mitglieder sind kreisweit in der IG Metall organisiert. Damit ist sie die größte Einzelgesellschaft im Kreis und die sechsgrößte Verwaltungsstelle unter 39 in NRW. 2014 gab es 1447 Neuaufnahmen, ein Plus von zwei Prozent. „Das ist das viertbeste Ergebnis in NRW“, freut sich Schildknecht. Aktuell sind schon wieder 138 Neuaufnahmen für den Januar dazu gekommen. Hinter all diesen Zahlen steckt viel Arbeit. Unterm Strich steht daher sein Fazit: „Die IG Metall kann stolz sein auf diese Entwicklung und selbstbewusst in die Zukunft sehen, und ich bin dankbar, dass ich für die Mitglieder arbeiten durfte.“

Die Vergangenheitsform hat ihren Grund: Der 30. Juni ist der letzte Arbeitstag des gelernten Werkzeugmachers. Die Erinnerung daran, dass er nach gut fünf Jahrzehnten Beschäftigung seine Rente beantragen sollte, ist ihm schon schriftlich zugesendet worden: „Nicht schlecht, oder?!“, sagt er und schmunzelt.

Den IG-Mitgliedern und Betriebsräten macht Bernd Schildknecht ein großes Kompliment: „Die Betriebsratsarbeit ist komplizierter geworden. Viele verschiedene Modelle, auf die jeweiligen Betriebe zugeschnitten, müssen erstellt werden.“

Ein Ergebnis daraus sind die sogenannten Standort- und Beschäftigungssicherungstarifverträge, erarbeitet in Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeberverband. „Inzwischen sind in 41 Betrieben 129 solcher Verträge abgeschlossen worden. 6000 Beschäftigte sind davon berührt. Ein Tarifvertrag ist etwas Kostbares.“ Harte Diskussionen, lange Sitzungen und unzählige Gespräche waren die Voraussetzung. „Letztlich entscheiden immer die Mitglieder, und erfahrene Betriebsräte als Vertrauensleute unterstützen sie dabei. Dadurch sind wir stärker geworden in all den Jahren.“

Von Martin Messy

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