Bericht: Drei Kinder blieben ohne U-Untersuchung

Die Gesundheit kleiner Kinder steht im Mittelpunkt der städtischen Kontrollen nach verpassten U-Untersuchungen.

LÜDENSCHEID - Es geht um die Verhinderung von Familiendramen rund um Vernachlässigung, Misshandlung oder Missbrauch kleiner Kinder, die immer wieder Schlagzeilen machen – jetzt liegen die ersten Ergebnisse der neuen Kontrollen der Stadt Lüdenscheid bei verpassten ärztlichen „U-Untersuchungen“ zur Früherkennung vor.

Die wichtigste Nachricht: In keinem von 342 Fällen war eine Gefährdung des Kindeswohls erkennbar. Doch mussten die Eltern dreier Kinder dem Familiengericht gemeldet werden, weil sie trotz mehrerer Anschreiben und Hausbesuche ihre Kinder nicht zur „U“ schickten. Trotzdem: Der Kontrollaufwand soll verringert werden und statt einer halben nur noch den Umfang einer Viertelstelle haben. Und die Eltern sollen wegen der oft langen Wartezeiten auf Kinderarzt-Termine zwei Wochen statt bisher einer Zeit für ihre Rückmeldung erhalten.

Der aktuelle Erfahrungsbericht der Verwaltung an den Jugendhilfeausschuss erläutert auch das Verfahren. Die zentrale Rolle spielt dabei das eigens eingerichtete Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit, kurz Liga. Das Institut gleicht die gemeldeten kinderärztlichen Untersuchungen U 5 bis U 9 für Kinder im Alter von sechs Monaten bis fünfeinhalb Jahren mit den Meldedaten aus dem Rathaus ab. Sind Kinder nicht dabei, die vom Alter her zur „U“ hätten gehen müssen, erfolgt die Rückmeldung an die Stadt. Die schreibt die Eltern erstmal an, im Zweifel auch mehrfach, bevor sich Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes persönlich davon überzeugen, dass es dem Kind gut geht.

Das komplexe Verfahren erwies anfangs als fehlerhaft: Von den heute abgeschlossenen 247 Meldungen war knapp die Hälfte falsch – die Kinder waren bereits zur „U“ gewesen. Heute erfolgen Geburtsmeldungen aus dem Rathaus schneller, die Fehlerquote sinkt seither drastisch.

In 147 der 247 abgeschlossenen Lüdenscheider Fälle genügte ein einmaliges Anschreiben, um die Eltern zum Arztbesuch zu bewegen. Bei 59 Kindern musste die Stadt zweimal schreiben, bei 32 Kindern dreimal, in zehn Fällen noch häufiger. Weil jede Rückmeldung ausblieb, mussten die Familien von 35 Kindern aufgesucht werden. Für zehn Kinder waren zwei oder mehr Hausbesuche erforderlich, und bei dreien interessierte die Eltern auch das nicht.

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