Tod an Bergstraße: Beschuldigter in Psychiatrie

LÜDENSCHEID ▪ Einen Monat nach der Bluttat an der Bergstraße – wir berichteten – hat die Staatsanwaltschaft den mutmaßlichen Täter in der Psychiatrie unterbringen lassen. Der Lüdenscheider Shakir S. (29) hat seinen 84 Jahre alten Vater nach ersten Ermittlungen in dessen Schlafzimmer mit einem Messer umgebracht. Er saß seit dem 13. März in Untersuchungshaft.

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Wie der zuständige Staatsanwalt Klaus Knierim gestern bestätigte, hat der Paderborner Sachverständige Dr. Horst Sanner den 29-Jährigen in der U-Haft untersucht und in „einer kurzen vorläufigen Stellungnahme“ die Voraussetzungen für eine erheblich verminderte oder sogar aufgehobene Schuldfähigkeit nicht ausgeschlossen. Darauf wurde Shakir S. aus dem Untersuchungsgefängnis verlegt. Zuvor hatte es in der Haft laut Knierim „Vorfälle“ gegeben, die für die Psychiatrische Untersuchung gesprochen hätten.

Für den Fortgang des Verfahrens wird das ausführliche Gutachten Dr. Sanners möglicherweise von entscheidender Bedeutung sein. Bleibt er bei seiner Auffassung, dürften Anklage und Strafverfahren wegen Totschlags gegen den Lüdenscheider platzen. Dann wird die Staatsanwaltschaft stattdessen beim Landgericht einen Antrag auf Einweisung stellen. Die Dauer des Aufenthalts in der Psychiatrie ist unbestimmt. „Bis er als geheilt gilt“, so Knierim.

Shakir S. war erst wenige Wochen vor der Tat in der elterlichen Wohnung aus der Haft entlassen worden. Das Motiv für die Bluttat liegt noch im Verborgenen. Der Vater starb an durchschnittener Kehle und einem tiefen Stich in den Bauch. Direkte Tatzeugen gibt es nicht.

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