Stimmgewaltiger Klangkörper

+
Zunächst einzeln, später gemeinsam: LMQ und Bergstadtchor vollzogen die Fusion. - Fotos: bot

LÜDENSCHEID - Amtlich ist es schon längst. Die Fusion zweier der traditionsreichsten Männerchöre Lüdenscheids wurde schon offiziell vollzogen, und die beiden Männergesangvereine bilden bereits eine große Chorgemeinschaft von rund 60 Sängern. Doch wollten das Lüdenscheider Männer-Quartett (LMQ) und der Bergstadt-Chor Lüdenscheid ihren Zusammenschluss auch live auf der Bühne vollziehen.

Das Konzert am Sonntag im Theatersaal des Kulturhauses war ein voller Erfolg. An diesem Abend, bei dem überwiegend Film- und Musicalmelodien zu Gehör gebracht wurden, konnten sich nicht nur die beiden Chöre sehen und hören lassen, sondern auch die Solo-Künstler, die das Programm mit ihren Darbietungen bereicherten. Im Rahmen der Veranstaltung verabschiedete sich Stefan Lex einerseits als Chorleiter des Bergstadtchores, andererseits jedoch auch mit einer gewohnt überzeugenden Vorstellung als Tenor und Conferencier. Ferner sorgten Christine Hoffmann (Sopran) und Achim Hoffmann (Bariton) für gesangliche Höhepunkte, während Sigrid Althoff für die Klavierbegleitung verantwortlich zeichnete. Darüber hinaus gab Stefan Scheidtweiler, bislang bereits als Chorleiter des Lüdenscheider Männerquartetts in Erscheinung getreten, seinen überragenden Bühneneinstand in Lüdenscheid.

Bereits die Eröffnung, die das LMQ unter seinem Dirigat mit dem aus dem Film „Das Dschungelbuch“ bekannten Stück „Seid zur Freundschaft bereit“, dessen Titel auch das Motto des Abends bildete, bestritt, ließ erkennen, welche Qualitäten den neuen Chorleiter auszeichnen. Zügig, pointiert und ohne jede Verschleppung führte er die Sänger durch die vergnüglichen Stücke. Dasselbe galt auch für den letzten separaten Auftritt des LMQ vor der Pause. Je einen Auftritt in der ersten und zweiten Konzerthälfte absolvierten die beiden Solisten Christine und Achim Hoffmann.

Die Sänger des Bergstadtchores trumpften unter der Leitung von Stefan Lex zunächst mit einem Medley unterhaltsamer Melodien auf. Ebenso gut gelaunt und unverkrampft wie als Chorleiter präsentierte sich Stefan Lex im Anschluss als stimmgewaltiger Sänger mit dem Lied „Ja, das alles auf Ehr“ aus der Operette „Der Zigeunerbaron“ von Johann Strauss.

Gibt es ein besseres Werk, um die Stimmgewalt eines neu formierten und rund 60 Mann starken Chores zu präsentieren, als Vangelis Bombast-Werk „Conquest of Paradise“? Wohl kaum! Somit wurde der zweite Konzertteil, in dem beide Chöre erstmals gemeinsam auftraten, mit dem aus Ridley Scotts Columbus-Epos „1492 – Die Eroberung des Paradieses“ bekannten Stück eingeleitet. Stefan Scheidtweiler verstand es dabei hervorragend, die Sänger zu einer Einheit zu verschmelzen und ihnen ein beeindruckendes, kraftvolles Gesangserlebnis zu entlocken. Für ein Schmunzeln sorgten derweil die augenzwinkernden Erläuterungen von Stefan Lex zur Zusammensetzung eines Männerchores. Dass sich die 2. Bässe für keine Rauferei zu schade sind, der 2. Tenor einige Hochschulstudien abgebrochen haben muss, um mitsingen zu dürfen, und es sich bei den 1. Tenören um die Krone der Chorschöpfung handelt, von denen die meisten mehr als dreimal geschieden wurden, war vielen Zuhörern bis zu diesem Abend sicher nicht bewusst.

Emotional wurde es danach mit Pianistin Sigrid Althoff, die eine eindrückliche Fassung des Stückes „Memory“ aus dem Musical „Cats“ zum Besten gab. Das Finale mit allen Künstlern gestaltete sich schließlich bombastisch und emotional. Mit dem Lied „You’ll never walk alone“ leiteten die Sänger über zum aus dem Film „Das Leben des Brian“ bekannten „Always look on the bright side of life“ von „Monty Python“. Natürlich ließen die Gäste die Interpreten nicht ohne eine Zugabe nach Hause gehen – die kam aus dem Musical „West Side Story“ mit „Irgendwo, irgendwann“. - Björn Othlinghaus

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare