Bergfeld-Leiche: Polizei hofft auf TV-Sendung

So soll das Mädchen zu Lebzeiten ausgesehen haben, das am 2. Juni 1997 im Wald bei Bergfeld lebendig verbrannt wurde.

LÜDENSCHEID ▪ In der neuen RTL-2-Serie „Ungeklärte Morde“ wird am kommenden Montagabend an ein schreckliches Verbrechen erinnert, das im Sommer 1997 Lüdenscheid erschütterte. Es geht um ein junges Mädchen, das einen grausigen Tod starb: Gewürgt und missbraucht von einem nahen Verwandten, womöglich dem eigenen Vater, wurde sie nackt mit Benzin übergossen und bei lebendigem Leib im Wald angezündet. Die Untat geschah zwischen Lüdenscheid und Altena angezündet, genauer: zwischen Hemecker Weg und Bergfeld.

Die bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leiche findet ein Motorradfahrer am Abend des 2. Juni 1997. Trotz aufwändiger Fahndung und vieler Aufrufe gelingt es der in Hagen gebildeten Mordkommission nicht, die Identität der Toten zu klären. Die Frau war 1,54 Meter groß, zierlich, zwischen 14 und 22 Jahren alt und hatte Schuhgröße 33. Bis heute ist sie unbekannt, obwohl schottische Experten ihr Gesicht für die Öffentlichkeitsfahndung rekonstruierten.

Wenn ein Fall nach so langer Zeit jetzt wieder aufgerollt wird – ist das pure Effekthascherei, oder gibt es nach mehr als 14 Jahren tatsächlich noch Chancen auf Aufklärung? Das wollten die LN von Ulrich Hanki wissen, dem Pressesprecher der Polizei in Hagen. „Es wäre nicht das erste Mal, dass die wiederholte Ausstrahlung einer Fahndung zum Erfolg führt“, sagte der Kriminalhauptkommissar. TV-Sender seien heute europaweit zu empfangen, was im Fall der Bergfeld-Leiche wichtig sein könnte. Es gelte jedenfalls, das Schweigen von damals aufzubrechen: „Wir brauchen irgendjemanden, den das Gewissen plagt und der endlich sagt, dass die Tote die eigene Schwester, Tochter oder Kusine war.“

Sicher seien die Chancen auf einen späten Erfolg nicht groß, „doch ohne Fahndung gibt es gar keine, und ein einziger richtiger Hinweis reicht“, erklärte Hanki. Obwohl die Mordkommission ihre Arbeit irgendwann ruhen ließ, könne sie jederzeit reaktiviert werden. Der Chef der damaligen Ermittlungsgruppe ist nach wie vor im Dienst, und das am Tatort sichergestellte Material werde bei der Staatsanwaltschaft notfalls jahrzehntelang aufbewahrt – „Mord verjährt nie.“

So habe die Hagener Polizei schließlich zugesagt, als die RTL-2-Produktionsfirma vor einigen Wochen anfragte, ob man im neuen Sendeformat à la „Aktenzeichen XY“ den Bergfeld-Fall noch einmal aufrollen dürfe.

„Ungeklärte Morde“ wird am Montag um 22.15 Uhr ausgestrahlt.

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