Ein Spiel mit Identitäten

Schon als Kind war Björn Meyer eine „Bühnenmaus“.

Lüdenscheid - 200 Karten haben sie bereits verkauft. Aber um wirklich etwas bewegen zu können, müssen noch viel mehr Eintrittskarten an Frau und Mann gebracht werden: Am 5. Dezember wird im Kulturhaus die Tragikomödie „Karlmayself“ des Regisseurs Johannes Ender als Benefizveranstaltung gegeben, ein modernes Spiel mit Identitäten, das mit der Erkenntnis endet: Karl May ist ein bisschen wie Lady Gaga. Protagonist ist der Lüdenscheider Björn Meyer.

Die Einnahmen aus diesem Abend fließen nach Sierra Leone, ein Land in Afrika, das noch jahrelang an den Folgen der Ebola-Seuche leiden wird. Seit Jahrzehnten unterstützen die CVJM-Bühnenmäuse dieses Land durch den Erlös ihrer Auftritte. Björn Meyer war eine Bühnenmaus von Kindesbeinen an, bevor es den heute 26-Jährigen in die Welt hinaus zog. Bis Mitte letzten Jahres studierte er in Hamburg und verdient sich nun beim Fernsehen, vor allem aber auf den Bühnenbrettern die ersten Sporen. Mit den Bühnenmäusen hat er 16 Jahre lang Komödien gespielt und dabei jede Menge Hauptcharaktere verkörpert. Er freut sich auf Lüdenscheid: „Ich bin gespannt, wie das Publikum mich aufnehmen wird, weil ich ja jetzt ein paar Jahre lang gar nicht da war. Aber die Vorfreude ist riesig.“ 2009 machte er an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg sein Hobby zum Beruf. Nach Lüdenscheid zurück kommt er mit dem „Bachelor of Arts“ in der Tasche und seinem Kollegen Jasper Diedrichsen. Johannes Ender, Regisseur des Stücks „Karlmayself“, folgt in dem unterhaltsamen Stück dem Selbstbildnis Karl Mays. Das Siegerprojekt des 7. Start-off-Wettbewerbs, einer Initiative zur Förderung von Nachwuchskünstlern, zeigt die Kunstfigur Karl May in Wildwest-Manier, der sich und seine Ideen inszeniert, angeknüpft an die die Moderne und mit dem Klang des Performancekünstlers Daniel Dominguez Teruel. „Karl May war aus theatralischer Sicht ein Größenwahnsinniger, der in all seinen Geschichten und Reiseberichten, die er geschrieben hat, gar nicht mehr unterscheiden konnte, was ist Fiktion und was Realität“, sagt Björn Meyer, „ich glaube, dass wir es mit unserem Stück schaffen, diesen Wahn, in dem sich Karl May befand, rüberzubringen, das Ganze aber auch mit Komik zu verbinden.“

Ebola ist aus den Nachrichten und aus den Köpfen hierzulande weitgehend verschwunden. Doch nicht aus denen der „Bühnenmäuse“, die sich Gedanken gemacht haben, wie man mit dem Theaterstück eine koordinierte Benefizaktionen ins Leben rufen kann. Der junge Hamburger Schauspieler war sofort mit an Bord. In dieser Sondervorstellung begeben sich die beiden auf einen Ritt durch das Leben Karl Mays.

Die „Bühnenmäuse“ des CVJM haben den großen Saal des Kulturhauses angemietet und wünschen sich ein ausverkauftes Haus, um möglichst viel Geld nach Sierra Leone überweisen zu können. Die Schirmherrschaft über die Veranstaltung hat Bürgermeister Dieter Dzewas übernommen.

Eintrittskarten für die Vorstellung können für 23,50 Euro bei Annette und Reinhard Meyer unter Tel. 0 23 51/45 88 33 gekauft werden.

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