Belgier-Gedenktafel verschwunden

Lüdenscheid -  Die offizielle Erinnerung ist weg, die private sehr lebendig: Die bronzene Gedenktafel, die an die Zeit der Belgier in Lüdenscheid erinnerte, ist vom Rest-Kasernen-Gemäuer am Buckesfeld verschwunden.

Dort war sie am 22. September 2007 bei einem Festakt im Beisein einer belgischen Abordnung aus Leuven zur Feier des 20. Partnerstadtjubiläums eingeweiht worden. Nun ist sie weg. Geklaut, lautet die Vermutung. Geklaut wegen ihres Metallwertes eine weitere, unbestätigte.

Bestätigt ist hingegen, dass der Geschichts- und Heimatverein (GHV) in seiner September-Sitzung beschlossen hat, die Tafel zu ersetzen – durch ein Gegenstück aus Plexiglas. Die Aufschrift mit der Kernaussage „Sie kamen als Besatzungstruppen, wurden zu Nato-Partnern und schieden als Freunde“ bleibt.

Kurz vor dieser Sitzung sei aufgefallen, sagt Stadtarchivar Tim Begler auf Anfrage, dass die Tafel „quasi spurlos verschwunden“ sei, die Schrauben sorgsam gelöst, nicht gewaltsam. Schnell sprach sich der Frevel bis nach Belgien herum; Ehemalige fragten nach, was in Lüdenscheid passiert sei. „Der Verein hat beschlossen, Ersatz dahinzuhängen“, betont Begler.

Konsequenzen für die anderen bronzenen Gedenktafeln in der Stadt wolle und könne man nicht ziehen, so Begler. Je nach Standort falle auch eher auf, wenn sich jemand zu schaffen mache. Aber für künftige Tafeln sei sicherlich überlegenswert, „sie nur noch aus Plexiglas machen zu lassen“.

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