Caféhauskonzert im Kulturhaus

„Bekenntnisse eines Nummerngirls“

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Zwei Zugaben mussten die Musiker des Adonis Salonorchesters nach ihrem überzeugenden Caféhauskonzertes im Bühnensaal des Kulturhauses geben.

Lüdenscheid - Zahlen standen am zweiten Weihnachtsfeiertag im Mittelpunkt des beliebten Caféhauskonzertes im Bühnensaal des Kulturhauses.

Akteure der Produktion „90-60-90 – Faszination Zahlen. Bekenntnisse eines Nummerngirls“ waren einmal mehr die Musiker des Adonis Salonorchesters, das sich aus Stefan Weippert (Kontrabass, E-Bass), Wanja Weippert (Gesang), Thomas Wurth (Trompete, Gesang), Klaus Sonnabend (Schlagzeug, Gesang) und Hans Wanning (Klavier) zusammensetzt.

Zahlreiche Kompositionen Johann Sebastian Bachs basieren bereits auf Zahlen und Berechnungen, weshalb das Ensemble nach einer witzigen, einführenden Boxszene mit den „Athleten“ Klaus Sonnabend und Thomas Wurth sowie „Nummerngirl“ Wanja Weippert mit einer jazzigen Bearbeitung der „Fuge in C-Dur“ eben jenes Komponisten startete. Dem Thema angemessen waren für das Nummerngirl weitere Auftritte reserviert, zum Beispiel zur Ankündigung der Pause.

Zahlen haben in der Kunst eine größere Bedeutung, als viele vielleicht glauben. Unter anderem war deshalb die Zahl Sieben, die nicht nur in der Musik, sondern auch im alltäglichen Leben oder im Film oft Verwendung findet, immer wieder ein Thema. Passend dazu servierte Wanja Weippert auch den erfrischenden Cocktail „Seven and Seven“ (Seagram’s Seven Whiskey mit 7Up), der insbesondere als John Travoltas Lieblingsdrink in „Saturday Night Fever“ bekannt wurde. Aber auch die sieben Todsünden wurden von Stefan Weippert, der neben seinem Einsatz als Musiker auch die Moderation übernahm, thematisiert.

Zur musikalischen Untermalung hierzu fanden die Musiker den hypnotischen Popsong „Chandelier“ der Sängerin Sia, in dem es darum geht, zu leben, als gäbe es kein Morgen mehr. Wanja Weippert interpretierte das Lied kraftvoll und intensiv. Bei „Route 66“ zeigte Thomas Wurth, dass er nicht nur als Trompeter, sondern auch als Sänger ein Ass ist, denn mit seiner leidenschaftlichen Art, die Reibeisenstimme erklingen zu lassen, regte er das Publikum im Saal zum Mitklatschen an. Auch später ließ es Wurth noch mehrmals gesanglich krachen, zum Beispiel im Rahmen seiner großartigen Interpretation von Tom Jones’ „Sex Bomb“. Auch an der Trompete lief Wurth zur Höchstform auf. So ersetzte er beim „Preludio Para El Ano 3001“ von Astor Piazzolla das eigentlich dafür vorgesehene Bandoneon durch die samtweich gespielte und zurückhaltend eingesetzte Trompete.

Einen überragenden Gesangsauftritt hatte Wanja Weippert bei „Die Lust“ aus den „Sieben Totsünden“ von Kurt Weill. Das gesanglich und musikalisch komplexe Werk wurde mit großformatigen Hintergrundfotos, für die ebenfalls einige der Musiker zur Verfügung gestanden hatten und die das Stück inhaltlich kommentierten, auch optisch ansprechend präsentiert.

Klaus Sonnabend, der als präziser Schlagzeuger an diesem Nachmittag den Takt vorgab und ebenso wie Hans Wanning als präzise aufspielender Pianist sonst eher im Hintergrund agierte, überzeugte ebenfalls als Sänger, und zwar beim Sting-Song „Seven Days“. Stimmlich ausdrucksstark und mit individuellem Touch wusste seine Version dieses weniger bekannten Sting-Werkes zu überzeugen.

Atmosphärisch dicht war auch Sonnabends einziger Griff zur Akustik-Gitarre an diesem Nachmittag, nämlich bei der von Wanja Weippert auf russisch gesungenen „Zigeunerromanze“, bei der es sich um die erste Zugabe handelte. Ein zweiter „Nachschlag“ – ebenso wie der erste nicht dem Thema „Zahlen“ zugehörig, aber dennoch begeisternd – war „Satisfaction“ von den Stones. Hier übernahmen im Wechsel Wanja Weippert, Thomas Wurth und Klaus Sonnabend den Gesangspart.

Weitere Infos: www.adonis-salonorchester.de.

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