Beitragsfreies Kita-Jahr für rund 600 Kinder

Hermann Scharwächter

LÜDENSCHEID ▪ Die Eltern von rund 600 Kindern dürfen sich freuen. Die Mädchen und Jungen, die ab dem 1. August dieses Jahres in ihr drittes Kindergartenjahr aufrücken, sollen nach den Plänen der Landesregierung die Einrichtungen beitragsfrei besuchen können.

„Das ist aus pädagogischer Sicht sicherlich gut“, sagt Jugendamtsleiter Hermann Scharwächter. Langfristiges Ziel sei ja, eine komplette Beitragsfreiheit für den Besuch des Kindergartens zu erreichen. „Der Kindergartenbesuch ist immerhin und grundlegender Teil des Bildungssystems.“ Wie hoch der finanzielle Anteil des Landes sein muss, um das beitragsfreie dritte Kindergartenjahr zu finanzieren, kann Scharwächter zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht sagen: „Es wäre nicht seriös, denn verlässliche Zahlen gibt es nicht.“ Zwar kann der Experte den Gesamtbeitrag beziffern, der im vergangenen Jahr in Lüdenscheid durch die erhobenen Elternbeiträge eingenommen worden ist – 1,8 Millionen Euro –, aber daraus lasse sich nicht die Erstattung für die jetzt angekündigte Beitragsfreiheit im dritten Jahr berechnen. Das habe mehrere Gründe. Einerseits müssten die nach Elterneinkommen gestaffelten Beiträge berücksichtigt werden. „Die werden ja zum neuen Kindergartenjahr 2011/2012 neu erhoben. Möglicherweise hat sich die Einkommenssituation der Eltern verändert. Andererseits muss auch die beschlossene Beitragsanhebung zum neuen Kindergartenjahr um 8,5 Prozent berücksichtigt werden. Da kann man jetzt nicht einfach auf einen Knopf drücken und dann berechnet sich der Betrag, den wir vom Land erwarten.“

Auch die Art und Weise, wie das Land die angekündigten 150 Millionen Euro für den finanziellen Ausgleich verteile, stehe noch nicht fest. „Es bleibt natürlich zu hoffen, dass die Maßnahme unterm Strich den Kommunen zugute kommt“, betont Hermann Scharwächter.

Wie berichtet, hat das Land einen Fünf-Punkte-Plan zur Verbesserung der Kinderbetreuung in Nordrhein-Westfalen vorgestellt, wozu auch die Schaffung 1000 zusätzlicher Ausbildungsstellen für Erzieher und mehr Stellen für Kinderpflegerinnen gehören. Um dies umzusetzen, muss die rot-grüne Minderheitsregierung aber zunächst den Haushalt 2011 durchbringen.

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