Behindertenführer als Großprojekt

Lüdenscheid - Der Rückblick auf 2014 war kurz und gehaltvoll. Wo die Interessenvertretung für Behinderte erfolgreich tätig geworden ist, wo sie um Rat gefragt wurde und wo noch Abstimmungen erforderlich sind – das reichte von der Phänomenta-Erweiterung bis zur abschließenden Begehung im Haus Sternplatz 1, vom Stern-Center bis zum Handlungskonzept Altstadt.

Was die ehrenamtliche Behindertenbeauftragte Monika Schwanz am Donnerstag aufzählte, zeigt: Die Vertretung spielt inzwischen eine Rolle bei der Stadtentwicklung und wird gehört.

Wichtiger noch war der Blick nach vorn. Das Projekt Behindertenführer, das zeigte ein Zwischenbericht von Lebenshilfe-Vertreter Jörg Bachmann aus der Arbeitsgruppe, ist ehrgeizig, aufwendig und kostspielig, aber wird als lohnenswert erachtet. Der letzte Lüdenscheider Behindertenführer erschien 1997. Eine aktuelle Fassung als Din-A6-Ringbuch erscheint dem Gremium dringend erforderlich, angereichert durch Online-Auftritt und App. Piktogramme, leichte Sprache, Vorlesefunktion, QR-Codes, ein Stadtplan in Reliefform, das kann man sich vorstellen.

Die letzten Monate und zehn Treffen nutzte die Arbeitsgruppe, um sich zu informieren und ein eigenes Konzept einfließen zu lassen. Vorläufiges Ergebnis in Kürze: Es gelte, 1000 bis 1200 Gebäude inklusive der Zuwegung zu überprüfen. Man müsse mit bis zu 100.000 Euro Gesamtkosten rechnen, wobei das meiste für Personalkosten anfallen dürfte, da der Aufwand ehrenamtlich nicht zu leisten sei.

Der erste Schock über die Summe relativierte sich, als die Möglichkeit erheblicher Zuschüsse durch die Aktion Mensch (bis zu 70 Prozent) und die Gold-Kraemer-Stiftung vorgestellt wurde. Diese Stiftung hat ein Referenzmodell im Rhein-Erft-Kreis finanziert, über das sich die Lüdenscheider vor Ort informiert haben.

Die nächsten Schritte wurden trotz Finanzierungslücke beschlossen: Förderer suchen und Ideen zur vernünftigen Bestandsaufnahme sowie einen „griffigen“ Förderantrag schreiben und die Gruppe oder Kooperation finden, die ihn stellt. Klar sei aber auch, sagte Thomas Cordt (Johannes-Busch-Haus): „Hinterher muss man mit der Sammelbüchse ‘rumgehen, wenn’s eng wird.“ - sum

Rubriklistenbild: © dpa

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