Behindertenbeirat plant Vorstellungsrunde

LÜDENSCHEID ▪ Erste Änderungen bei der Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen greifen. In der Donnerstags-Sitzung diskutierte die Versammlung durchaus konträr unter anderem über eine langfristig angelegte Vorstellungsrunde der 18 vertretenen Gruppen, über die künftige Mitwirkung geistig Behinderter sowie über aktuelle Themen wie den Aktionstag am 28. April.

Geleitet vom ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten Klaus-Martin Pandikow und erstmals stringent moderiert von seiner Stellvertreterin Monika Schwanz, bildete sich die Interessenvertretung eine Meinung zu einem gemeinsamen Vorschlag der Vertreter von Lebenshilfe, Märkischen Werkstätten und Johannes-Busch-Haus. Um sich, ihre Anliegen und Interessenslagen besser kennenzulernen, solle pro Sitzung einer Gruppe Gelegenheit zur Selbstdarstellung gegeben werden, hatten sie angeregt. Begrenzt auf zehn bis fünfzehn Minuten und flankiert von einer schriftlichen Kurzdarstellung wolle man so letztlich auch Verständnis für die unterschiedlichen, sich manchmal durchaus widerspechenden Interessen der Gruppen wecken, hieß es in der Begründung des Antrags. Einwände kamen unter anderem von Klaus Nauditt (MS-Gruppe), der es als „vertane Zeit“ abtat. Auch aufs Internet wurde verwiesen, wo sich doch alle Gruppen ohnehin fänden. „Probleme im Hintergrund“, so stellte Rolf Wille (Lebenshilfe) fest, „findet man auf keiner Internetseite.“ Bevor es zu einer weiteren Verschiebung der Entscheidung kam, drängte er auf Abstimmung: „Wir reden heute zum dritten Mal darüber. In der Zeit hätten sich schon fünf oder sechs Gruppen vorstellen können.“ Mit neun Stimmen bei drei Enthaltungen und einer Gegenstimme wurde die Vorstellungsrunde beschlossen. Wie sinnvoll das ist, zeigte sich am Rande: Marlene Dudanski bat darum, ihre Selbsthilfegruppe nicht länger – falsch – unter Atemwegsliga zu führen, sondern – korrekt – unter Patientenliga Atemwegserkrankungen.

Auch geistig Behinderte sollen künftig einen direkteren Draht zu den Themen der Interessenvertretung bekommen, ohne allerdings selbst an Sitzungen teilzunehmen. Eine gemischte Arbeitsgruppe aus Vertretern der drei Einrichtungen befasst sich mit Themen, die Rolf Wille, Frank Isselhorst (Märkische Werkstätten) und Thomas Cordt (Busch-Haus) dann als „Sprachrohr“ in die IV-Sitzungen bringen – vermutlich ab Oktober. „Das ist ein erster Schritt in angewandte Inklusion“, lobte Matthias Wagner: „Den Ansatz finde ich gut.“

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