Begegnungen im Hotelpool

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„trifolie“ nutzte Körper, Mimik und Gestik, um die Zuschauer mit auf eine amüsante Reise zu nehmen, die im Hotelpool endete.

LÜDENSCHEID - Der Flug 506 brachte im Zirkuszelt am Johannes-Busch-Haus ein Trio nach Palma de Mallorca, das man schon fast als Dauergast bei der Kulturwoche „Augenschmaus und Ohrenweide“ bezeichnen kann. Zum vierten Mal sei „trifolie“ hier, ließ Thomas Wewers, Leiter der Integrativen Kulturwerkstatt, das Publikum wissen und schon übernahmen Rolf Neuendorf, Axel Vandenabeele und Sven Stutzenberger das komödiantische Regiment.

Aneinandergereihte, fast wortlose Szenen, die sich an dem roten Faden einer Reise entlang hangelten – so lässt sich am ehesten beschreiben, was das Trio mit seinem Programm „Bon Voyage“ auf die Bühne brachte. Der Flugzeugeinweise, der auf dem Rollfeld eher Michael Jacksons „Billy Jean“ hört, die Begegnung mit einem Außerirdischen, der ziemliche Ähnlichkeit mit E.T. hatte, der Eisberg, bei dem die Kollision mit der Titanic keine 1500 Todesopfer fordert, sondern nur eins: den Eisberg selbst – „trifolie“ war in der Lage, mit Geräuschen, Pappschiffchen und Michelin-Männchen Szenen zu erfinden, die sofort einzuordnen waren. Charmant wechselten die drei Herren von der Titanic auf die Black Pearl – da sind die Übergänge schon mal fließend – und produzierten sich zur Musik des „Fluchs der Karibik“ in sehenswerten Fechtkämpfen. Clever durchdachte Bewegungen symbolisierten Zeitlupen oder auch die Schwerelosigkeit bei der Landung auf dem Mond. Sehr schön auch die Verwandlungen von Rolf Neuendorf, der immer mal wieder als Frau die Bühne betrat und für beherzte Lacher im Publikum sorgte. Die Bösartigkeit eines Starenkastens am Wegesrand, das diabolische Grinsen einer menschlichen Mücke auf der Jagd nach Blut, die capoeira-mäßigen Bewegungen auf der Jagd nach der Mücke, seltsame Begegnungen im Hotelpool, Menschen, die mit Schwimmringen zu Tschaikowskis „Schwanensee“ tanzen – man bekam so manche Reiseerlebnisse geboten, die man sonst nicht sieht, selbstverständlich all inclusive, sogar E.T.

Heute Abend beginnt um 19.30 Uhr im Zelt am Johannes-Busch-Haus an der Bodelschwinghstraße die Präsentation der Workshop-Ergebnisse „blaukunst“ und „tanzexperimente“. Beschäftigte der Märkischen Werkstätten haben gemeinsam mit Profis Maskentheater und Tänze erarbeitet, die sie vorführen. Es gibt noch Karten. - rudi

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