Bedenkliche Entwicklung für Erzieherinnen und Erzieher

LÜDENSCHEID ▪ Christina Juckenack und Stephanie Sperlich, Fachleiterinnen am Gertrud-Bäumer-Berufskolleg, beklagen die angespannte Stellensituation für Erzieherinnen und Erzieher im Berufspraktikum, und dass die tariflich vergüteten Stellen immer geringer werden. „Diese Entwicklungen finden wir höchst bedenklich“, betonen sie in einem Schreiben, das am Dienstag dem Jugendhilfeausschuss vorlag. Es soll auch noch an die weiteren entsprechenden Ausschüsse im Einzugsgebiet sowie an alle Träger und sozialpädagogischen Einrichtungen verschickt werden.

„Besonders vor dem Hintergrund, dass Berufspraktikanten durch die politischen Entwicklungen stärker als noch vor einigen Jahren in den beruflichen Alltag der Einrichtungen verantwortlich einbezogen werden, ist dies eine unglückliche Entwicklung“, unterstreichen Juckenack und Sperlich. „Auch werden in den nächsten Jahren viele Erzieherinnen und Erzieher benötigt, um gesteigerte Bedarfe laut Kinderbildungsgesetz vor allem in der U-3-Betreuung zu decken.“ Bis zum staatlich anerkannten Abschluss absolvieren angehende Erzieherinnen und Erzieher eine vier- bis fünfjährige Ausbildung, der sich das Berufspraktikum (früher Anerkennungsjahr) in unterschiedlichen sozialpädagogischen Einrichtungen anschließt. In dieser letzten Ausbildungsphase tauchen zunehmend die geschilderten Probleme auf.

„Wir sehen auch, dass die finanzielle Situation Einrichtungen dazu drängt, unterbezahlte Stellen anzubieten. Aktuell wird den Studierenden wieder ein entgeltfreies Praktikum angeboten.“ Das zwinge die Studierenden zu nebenberuflichen Tätigkeiten und sei unzumutbar: „Wir müssen in Ausbildung und ebenso in die Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen investieren!“

Lob erhält allerdings die Stadt Lüdenscheid, die alle Kitas, egal welchen Trägers, mit einem Drittel des tariflichen Entgelts fördert. „Wir hoffen, das dies bestehen bleibt.

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