Bebauung an Neuenhofer Straße bleibt umstritten

Skeptische Blicke: Die geplante Bebauung der oberen Neuenhofer Straße löst bei den eingesessenen Bewohnern des Viertels nicht eben Begeisterung aus.

Lüdenscheid - Lange war es ein Gedankenmodell mit begrenzten Realisierungschancen. Inzwischen scheint der Weg für das Neubaugebiet an der oberen Neuenhofer Straße aber frei. Die politische Mehrheit dafür steht offenkundig. Auch die Verwaltung sieht Bedarf für das Projekt. Dennoch bleibt die angepeilte Bebauung stark umstritten.

Das zeigte sich jetzt auch bei einer öffentlichen Info-Veranstaltung zur Aufstellung eines Bebauungsplans für das Gelände. Mehr als 50 Bürger waren dazu erschienen. Die Mehrheit davon Anwohner. Sie stehen den Plänen tendenziell skeptisch gegenüber, fürchten Autoverkehr und Landschaftszersiedlung. Aber auch Kaufinteressenten für die Grundstücke waren an diesem Abend gekommen. Sie hoffen auf ein ruhiges Wohnen in der Natur. Hintergrund der Diskussion: Die Wohnlage gilt wegen ihrer Idylle und Stadtnähe vielen als kleines Paradies.

Kurze Rückblende. Das Areal unterhalb der Christlichen Schulen – es gehört Alhard Graf von dem Bussche-Kessell – hat in der Vergangenheit immer wieder Begehrlichkeiten geweckt. Einst waren hier rund 60 Wohneinheiten bis tief in die Wiesen hinein angedacht. Politische Mehrheiten im Stadtrat und Protest von Anwohnern verhinderten das aber.

Aktuell ist nun eine reduzierte Bebauung angestrebt. Lars Bursian und Andreas Weidemann von der Lüdenscheider Stadtplanung erläuterten die Details. Demnach sollen entlang des Straßenabschnitts insgesamt fünf einzelne Wohnhäuser in einstöckiger Bauweise entstehen – also mit Keller, Wohngeschoss und ausbaufähigem Dachgeschoss. Anvisiert sind drei dieser Gebäude oberhalb der Stichstraße „Hüttenfeld“ und zwei unterhalb davon. Weite Teile der Wiesen sollen unbebaut bleiben. Einiges Grün wird für das Bauprojekt weichen müssen. Viele ökologische wertvolle Bäumen sollen aber erhalten werden.

Dass sich die Offerte bei Grundstücksgrößen von 1000 Quadratmetern und mehr eher an betuchtere Bürger richtet, liegt auf der Hand. Ein Bauwilliger drückte sich so aus: „Ich suche schon Jahre nach einem Grundstück in Lüdenscheid, das nicht an Strommasten oder an der Autobahn liegt. Ich will meinen Kindern nicht zumuten, wie am Vogelberg unter Hochspannungsleitungen zu leben.“ Die eingesessene Nachbarschaft an der Neuenhofer Straße empfahl diesem Kaufinteressenten indessen, lieber eine Bestandsimmobilie im Viertel zu erwerben.

Nicht verboten wäre laut Bursian übrigens auch folgendes Szenarium: Ein zahlungskräftiger Käufer sichert sich mehrere Grundstücke, bebaut seinen neuen Besitz aber nur mit einem Haus.

Überwiegend blieb die Stimmung gegenüber den Bauplänen an dem Info-Abend reserviert. Die Nachbarn fürchten auch eine Salamitaktik – also eine künftig stückchenweise Bebauung. Dazu Bursian: „Das will die Stadt derzeit nicht. Aber ich kann nichts für alle Zeit versprechen.“ - dt

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