BdK: „Kreisweit fehlen 80 Polizisten“

Märkischer Kreis -   Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BdK) im Kreis zeichnet ein düsteres Bild. „In NRW fehlen in den nächsten Jahren landesweit knapp 4000 Polizeibeamte, was auf den Märkischen Kreis heruntergerechnet ein Minus von etwa 80 Polizisten bedeutet“, schreibt dazu der Vorsitzende des BdK-Bezirksverbandes, Michael Kern.

Von Olaf Moos

Die Ankündigung der Landesregierung, bis 2017 weitere 360 Polizisten einzustellen, bezeichnet Kern als „erster, kleiner Schritt in die richtige Richtung, der jedoch bei weitem nicht ausreichen wird, die Lücken zu schließen“.

So müsse auch im Märkischen Kreis über eine Umverteilung des Personals nachgedacht werden. Die Personalentwicklung der Polizei in Nordrhein-Westfalen zeige für die Zukunft „ein düsteres Szenario“ auf. 80 Fehlstellen entsprechen laut Kern etwa der benötigten Stärke der Polizeiwachen für Iserlohn und Menden, der kompletten Direktion Verkehr oder der Hälfte aller Kriminalisten im Kreis.

Nach BdK-Angaben liegt der Altersdurchschnitt bei der Kripo bei über 50 Jahren. Dieser Wert müsse schnell gesenkt werden. Eine Grundbedingung sei eine eigene Ausbildung zum Kriminalisten. Der BdK-Bezirkschef: „Der Bürger benötigt kein internes polizeiliches Controlling, das mehr Kräfte bindet, an der Arbeit hindert und langsam zum Selbstzweck verkommt.“ Die Besinnung auf die Kernaufgaben der Polizei erscheine daher als der einzig sinnvolle Weg.

Eine durchaus zu diskutierende Variante sei die Verlagerung der Geschwindigkeitskontrollen auf die Städte und den Kreis, „die eh schon genügend Radarwagen und Starenkästen in eigener Regie betreiben“, so Kern in seiner Stellungnahme weiter. Gerade in Zeiten der Personalknappheit müsse ein Umdenken stattfinden. „Ansonsten wird die Kriminalität nur noch verwaltet und Wachen müssen geschlossen werden.“

Dabei bedürften besonders Straßen- und Jugendkriminalität einer „möglichst ortsnahen Bekämpfungsstrategie“, schreibt Michael Kern in dem BdK-Papier weiter. „Eine Bagatellisierung von Straftaten zur Freisetzung von polizeilichen Personalressourcen ist sicherlich nicht im Sinne der Bürger.“ Hier müsse die Polizeiführung zeitnah auf die Schieflage reagieren.

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