Bauträger-Prozess: Bemühungen hinter den Kulissen

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Lüdenscheid - Ein Bauträger, seine Frau, der Wirtschaftsberater des Paares sowie ein Ex-Bediensteter des Märkischen Kreises sollen für Tricksereien im Zusammenhang mit der öffentlichen Förderung von Bauvorhaben verantwortlich sein. Es geht unter anderem um fingierte Förderanträge an die öffentlich-rechtliche NRW-Bank. Der Prozess gegen die vier Angeklagten steht möglicherweise kurz vor dem Ende.

Hinter den Kulissen hat es in den zurückliegenden Verhandlungspausen zahlreiche Gespräche gegeben. Vor allem die Verteidiger des Bauträgers, der als Hauptangeklagter gilt, bemühen sich außergerichtlich um einen freiwilligen Täter-Opfer-Ausgleich. Damit könnte das Strafmaß abgemildert werden.

Doch da die Staatsanwaltschaft das Barvermögen des Ehepaares blockiert, um im Falle einer Verurteilung eine zwangsweise Vermögensabschöpfung durchziehen zu können, hat der Bauträger kaum noch etwas, um bei der NRW-Bank eine Wiedergutmachung einleiten zu können. Nach LN-Informationen handelt es sich bei dem eingefrorenen Vermögen um eine Summe von etwa 90 000 Euro.

Die Bestrebungen der Verteidiger gehen einen Schritt weiter. Wie es heißt, soll der Hauptangeklagte über die Summe eine Abtretungserklärung zugunsten der NRW-Bank unterschreiben und notariell beurkunden lassen. Damit könnte der Refinanzierungsschaden, den die NRW-Bank durch die erschwindelten Kredite erlitten hat, möglicherweise ausgeglichen werden – und der Täter-Opfer-Ausgleich wäre perfekt.

Unbeantwortet ist noch die Frage, wie hoch die NRW-Bank den Schaden beziffert und inwieweit verlorene Kapitalien der Gaunerei der Angeklagten anzurechnen ist. Dazu soll ein Gutachten erstattet werden.

Der Prozess wird am 11. Januar um 9 Uhr im Saal 101 des Landgerichts fortgesetzt.

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