CDU baut Vorsprung in Lüdenscheid aus

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Gemeinsam den Absturz (er-)tragen – viel mehr blieb den Liberalen gestern Abend nicht. Für Johannes Vogel (Mitte) und den Lüdenscheider FDP-Fraktionschef Jens Holzrichter (rechts) war es ihre bitterste Stunde: „Das ist ein echt harter Schlag.“

LÜDENSCHEID - 39,7 Prozent der Wähler gaben der Union zur Bundestagswahl in Lüdenscheid ihre Stimme – fast 8 Prozent mehr als 2009. Ihr Kandidat, der Lüdenscheider Matthias Heider, holte den Wahlkreis 149 direkt.

In seiner Heimatstadt verbuchte er mit 43,3 Prozent der Erststimmen ein Plus von 4,5 Prozent, blieb aber deutlich unter seinem Gesamtergebnis im Wahlkreis (51,6).

Die überall abgestraften Liberalen schafften in der Bergstadt die 5 Prozent – ein Verlust von 11,4. Auch ihr bisheriger Abgeordneter Johannes Vogel erlitt mit 2,2 Prozent der Erststimmen einen Totaleinbruch.

Die SPD legte um 4,5 Prozent auf 33,4 zu, ihre Spitzenfrau Petra Crone aus Kierspe, die über ihren guten Listenplatz wieder in den Bundestag einzieht, holte in Lüdenscheid mit 39,5 gut 5 Punkte mehr als vor vier Jahren.

Die Grünen verloren in Lüdenscheid 1,4 Punkte und kamen auf 6,1 Prozent – ebenso die Linke, die allerdings von der Marke 9,3 herunterging.

Die Alternative für Deutschland (AfD) holte in der Bergstadt aus dem Stand 4,6 Prozent, Kandidat Hasso Simon erhielt in Lüdenscheid über 1000 Erststimmen – knapp 3 Prozent. Die Piraten ankern bei 2,1, die NPD erhielt 1,2.

Die Wahlbeteiligung der Lüdenscheider lag mit 67,57 % nur knapp über dem Tiefpunkt 2009, als 66,9 Prozent ihre Stimme abgaben. Von 52 953 wahlberechtigten Lüdenscheidern nahmen 35 781 an der Wahl teil, 17 172 verzichteten. Damit liegt Lüdenscheid klar unter dem Wahlkreisniveau von 71,4 Prozent.

„Die CDU kann in Lüdenscheid gewinnen“, lautet für den Lüdenscheider Fraktionschef Oliver Fröhling mit Blick auf die Kommunalwahlen im Mai eine Botschaft dieses Abends. Vergleiche seien nur bedingt zu ziehen, doch gerade die FDP solle jetzt „anfangen, wieder vernünftige Politik zu machen“, auch vor Ort.

Sein liberales Pendant Jens Holzrichter zeigte sich am Boden zerstört. Zwar liege die FDP in Lüdenscheid noch über 5 Prozent. „Doch dass die liberale Stimme im Bundestag erstmals verstummt, ist schlimm. Mehr fällt mir dazu jetzt nicht ein. Das ist in 25 Jahren mein schlimmster Wahlabend.“ In der Ampel mit SPD und Grünen werde die FDP jetzt aber weder vertragsbrüchig noch profilneurotisch, sagte Holzrichter.

Gordan Dudas, Lüdenscheider SPD-Chef, gratulierte der Union. Trotz der Freude über den Wiedereinzug von Petra Crone und auch Dagmar Freitag im Nordkreis hätte er sich mehr Prozente erhofft. Sorge bereite ihm die Beteiligung: „Dazu müssen wir uns als Lüdenscheider Politiker alle mal zusammensetzen.“ Ulrich Neuhaus (Grünen-Ortsverband) stimmte das Lüdenscheid-Ergebnis „nicht superfroh“. Zu den Kommunalwahlen gebe es aber andere Themen.

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