Verkehrsbehinderungen unvermeidlich

Baustellen in Lüdenscheid nach dem Rathaustunnel - kein Ende in Sicht

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Wenn der Rathaustunnel irgendwann saniert sein wird, ist laut Leiter des Fachdienstes Bauservice noch lange nicht Schluss mit Baustellen: Vor allem in der Innenstadt stehen weitere umfangreiche Sanierungen an.

Lüdenscheid – Verkehrsbehinderungen durch Baustellen sind in Lüdenscheid ein Dauerthema – und das wird wohl auch noch auf Jahre hinweg so bleiben – insbesondere im Innenstadtbereich. Diese Botschaft vermittelte Dieter Rotter, Leiter des Fachdienstes Bauservice, in der jüngsten Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses.

Denn wenn irgendwann die Tunnelsanierung abgeschlossen sei, stünden die nächsten umfangreichen Sanierungen an. Da es immer wieder Kritik für die Stadtverwaltung hagelt, weil zeitgleiche Baustellen an zentralen Verkehrsverbindungen die Probleme im Straßenverkehr noch verstärkten, hatte Rotter seine Mitarbeiterin Ute Schneickert gebeten, den Politikern einen Einblick in ihre Arbeit zu geben.

Die Kommentare, die die Mitarbeiter zu hören bekämen, seien oft nicht sachlich und zum Teil unter der Gürtellinie. Dabei sei die Abteilung gar nicht für die Planung von Baustellen verantwortlich, sondern könne nur auf Anträge reagieren, indem für die Genehmigungen und damit verbundene Auflagen möglichst alle Faktoren rund um das betroffene Areal berücksichtigt werden.

20 bis 30 Anträge für die Einrichtung von Baustellen im öffentlichen Raum gehen pro Woche bei der Verwaltung ein. „Das ist kein Zuckerschlecken“, sagte Rotter. Ute Schneickert ist als einzige Mitarbeiterin im Fachdienst Bauservice im Bereich Sondernutzungen zuständig für die Genehmigung von Baustellen. Am Beispiel des Innenstadtbereichs rund um die Tunnelbaustelle mit all ihren Umleitungsstrecken machte sie anschaulich deutlich, wie viele Rädchen ineinandergreifen müssen, wenn sie einen Antrag prüft und versucht, entsprechende Verkehrsregelungen für Sperrungen, Umleitungen oder Einbahnregelungen zu finden.

Zur Tunnelbaustelle kam im vergangenen Jahr im betroffenen Bereich unter anderem die Erneuerung von zahlreichen Lichtzeichenanlagen durch Straßen NRW, die Sanierung der Straße Am Weißen Pferd im Auftrag der Stadt, die Einbahnregelung an der Bahnhofsallee wegen eines privaten Investors und Bauarbeiten auf der Knapper Straße. So sehr man auch versuche, alles zu berücksichtigen, oft laufe etwas nicht planmäßig, worauf reagiert werden müsse. So wäre die Baustelle am Weißen Pferd längst fertig, wenn nicht die marode Fußgängerbrücke über die Bahngleise wäre. Für unvorhergesehene Verzögerungen im Bereich Lichtzeichenanlage Christuskirche und Knapper Straße sorgte ein Gerüst an der Lessingstraße, weswegen dort die zweite Fahrspur nicht nutzbar war.

Allein in diesem Jahr sind bereits mehr als 150 Anträge für Baustellen eingegangen. Hochgerechnet auf das gesamte Jahr wäre so mit mehr als 1140 Anträgen zu rechnen, allerdings habe die bauintensive Zeit noch gar nicht begonnen, sodass erfahrungsgemäß mit deutlich mehr Anträgen zu rechnen sei. Ausschussvorsitzender Jens Holzrichter kommentierte die Ausführungen über die Anforderungen an die Genehmigungsbehörde: „Ich hoffe, dass viele von uns mitnehmen, dass es keine bösartige Verkehrsbehinderung, sondern harte Arbeit ist.“

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