Baustellen-Check: Größter städtischer Neubau wächst in die Höhe

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Die Fortschritte am Bau der neuen Musikschule am Staberg sind für jeden sichtbar: In der vergangenen Woche wurde die Decke auf das Erdgeschoss aufgebracht, nun folgt die Errichtung der darüber liegenden beiden Etagen. Bis Ende des Jahres soll der Rohbau „dicht“ sein. 

Lüdenscheid - Noch bestimmen Baustützen das Bild, tropft es bei kräftigem Regen durch die noch nicht geschlossene Decke, steht das Wasser auf dem noch unfertigen Boden. Doch schon jetzt bekommt man einen ersten Eindruck davon, wie eines der größten städtischen Bauprojekte der vergangenen Jahre einmal aussehen wird: Die neue Musikschule am Staberg wächst in die Höhe.

„Wir liegen voll und ganz im Zeitplan“, sagt Christine Kanngießer, zuständige Architektin vom Büro KKW. Nachdem es zunächst Verzögerungen bei den Tiefbauarbeiten gegeben hatte, weil der Bodenaushub zum Teil belastet war und zunächst „sortiert“ und entsprechend entsorgt werden musste, habe nicht zuletzt der milde Winter dafür gesorgt, dass man die Zeit nun wieder aufgeholt habe, erläutert Gudrun Abendroth, Architektin und Projektleiterin bei der Zentralen Gebäudewirtschaft (ZGW). 

Und: Auch die Corona-Krise habe sich nicht negativ auf die Arbeiten ausgewirkt: „Dadurch, dass derzeit nur die Rohbauer auf der Baustelle sind, gab es keine Probleme.“ 

Und so ist viel passiert auf dem Grundstück zwischen dem Geschwister-Scholl- sowie dem Zeppelin-Gymnasium: Der Fundamentlegung folgten zunächst das Gießen der Bodenplatte sowie das Aufstellen der Wände. Sie bilden das Erdgeschoss der neuen Musikschule, in dem sich unter anderem der neue Mehrzweckraum mit Bühne und großem Fenster in Richtung Staberger Straße, ein Schlagwerkraum, Toiletten sowie Technikräume befinden werden. 

Das Besondere: Die Raumhöhe im Erdgeschoss beträgt sechs Meter – eine besondere Herausforderung für alle Beteiligten. Und: Der Eingangsbereich mit der großen Haupttreppe wird offen über alle Etagen gestaltet und mit einer gläsernen Dachkonstruktion geschlossen. 

In der vergangenen Woche waren die Rohbauer damit beschäftigt, die Decke auf das Erdgeschoss aufzubringen: Über einen großen „Rüssel“ wurde der Beton aufgebracht, verteilt und anschließend mit einer Sprühfolie versehen. Sobald alles ausgehärtet ist, geht es mit den beiden darüber liegenden Etagen weiter. Denn: Bis Ende des Jahres, also bis zum Wintereinbruch, soll der Rohbau „dicht“ sein, das heißt: Das Dach ist zu, Türen und Fenster sind eingebaut, der Rohbau damit abgeschlossen.

„Wir möchten Anfang des nächsten Jahres mit dem Innenbau anfangen“, geben Kanngießer und Abendroth ein klares Ziel vor. Rohre, Elektrik, Estrich und die für die Akustik wirksamen Maßnahmen werden das Team somit in 2021 beschäftigen. „Und je mehr Gewerke dann auf der Baustelle aktiv sein werden, umso intensiver werden auch die Abstimmungen.“ 

Zur Erinnerung: Die geplante Fertigstellung der neuen Musikschule ist für das Frühjahr 2022 geplant. „Und diese Zeit werden wir auch brauchen“, verweist Abendroth nicht zuletzt auf die kleinteilige Aufteilung der Obergeschosse, in denen die Verwaltung sowie die Unterrichtsräume untergebracht werden. „Diese sind natürlich auf die Bedürfnisse der Musikschule abgestimmt.“ 

Insgesamt werden Lehrern, Schülern und Gästen am Ende rund 2000 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung stehen – den jeweiligen Bedürfnissen entsprechend aufgeteilt. Ebenfalls ein entscheidender Aspekt: die Akustik. „Diese hätten wir im bisherigen Gebäude aufgrund der Bausubstanz nicht in den Griff bekommen.“ Mit entsprechenden Wänden und Decken sowie Türen und Fenstern sollen in Zukunft keine störenden Nebengeräusche mehr in die einzelnen Unterrichtsräume dringen. 

Dass es sich bei dem neuen Projekt, das mit 5,32 Millionen Euro vom Land NRW gefördert wird, um einen nicht alltäglichen Bau handelt, das wissen auch Christine Kanngießer und Gudrun Abendroth: „So etwas plant und betreut man vermutlich nur einmal im Leben.“

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