Großbaustelle Innen- und Altstadt

Baustelle in Fußgängerzone: Drei Meter breite Schneise in der Wilhelmstraße

+
Besonders die Kanalsanierung zwischen dem ehemaligen Sinn-Leffers-Gebäude und der Einmündung Jockuschstraße wird eine Kraftprobe: Sie muss in offener Bauweise erfolgen.

Lüdenscheid - Die künftige Großbaustelle Innen- und Altstadt ist Thema in unterschiedlichen Gremien. Und obwohl viele Fragen noch gar nicht beantwortet werden können, wirbt die Stadt um weitere Ideen, Anregungen und Mitarbeit, damit die Entwurfsplanung bis September geschärft werden könne, wie es Hans Jürgen Badziura formuliert.

Bis zum Altstadttag am 11. Mai soll eine Musterfläche gepflastert sein, damit sich interessierte Bürger ein Bild von der neuen Altstadt machen können. „Demnächst“ so kündigte Hans Jürgen Badziura, Fachdienstleiter Umweltschutz und Freiraum, an, werde es daher bereits Tiefbauarbeiten auf dem Graf-Engelbert-Platz geben. Das sei aber natürlich noch nicht der Beginn der umfangreichen Umbaumaßnahmen in der Altstadt, sondern diene lediglich dazu, „die Entwurfsplanung zu schärfen“.

Der Graf-Engelbert-Platz, so erläuterte es in der vergangenen Woche auch Christian Vöcks, Fachdienstleiter Stadtplanung, sei eine Buckelpiste, die man tieferlegen wolle – auch, um für die Gastronomie eine gleichmäßige Fläche herzurichten. Zugleich wolle man dann Wasser- und Stromanschlüsse legen, um bessere Voraussetzungen für eine vielfältige Nutzung des Platzes zu schaffen. 

Altstadttag zum Sammeln von Bürger-Ideen

Planungsideen wie diese sollen und müssen in den kommenden Monaten verfeinert werden. Dazu brauche man weitere Anregungen der Bürger. Die sollen nach dem Willen der Stadt vor allem am Altstadttag geäußert und gesammelt werden.

Hier geht's zur Berichterstattung über den umstrittenen Stadtturm

Dann geht es Schlag auf Schlag: Im 3. Quartal soll der Entwurf konkretisiert werden, zum Jahresende die Kostenberechnung stehen. Anfang 2020 hofft die Stadt auf die Förderzusage, muss dann ausschreiben, Unternehmen finden und will laut Badziura „ab 2021 tatsächlich ans Bauen kommen“. Dass der Zeitplan zu halten ist, bezweifelt Christian Vöcks schon jetzt. Denn: Es habe Änderungen im Förderrecht gegeben. „Eventuell rutschen wir ein halbes Jahr nach hinten.“

Kanäle und Leitungen müssen in offener Bauweise saniert werden

In der Zwischenzeit will die Stadt nicht untätig bleiben, sondern Kanäle und Leitungen in der Wilhelmstraße sanieren. Das dürfte kein einfaches Vorhaben werden. Denn zwischen dem ehemaligen Sinn-Leffers-Gebäude und der Einmündung Jockuschstraße geht das nur in offener Bauweise, da ein gemauerter Gewölbekanal herausgebrochen werden muss.

Also wird – bei 5,50 Meter Straßenbreite – eine drei Meter breite und vier Meter tiefe Baugrube in 15-Meter-Abschnitten geöffnet. Man werde Anliefer- und Rettungswege sicherstellen, trotzdem könne es für die Anlieger eine schwere Phase werden. Im Winter '21/'22 gebe es ein Provisorium. 

Händler sieht Baustelle als "Operation am offenen Herzen"

Was Badziura „eine ernst zu nehmende Baustelle“ nennt, ist für Feinkosthändler Oliver Scherff „eine Operation am offenen Herzen“. Für die Händler fordert er daher dringend Unterstützung von Politik und Verwaltung: „Uns ist mega wichtig, dass die Stadt für eine Grundfrequenz sorgt, durch Werbung und anderes.“ 

Den Versuch, einen Sprecher der Händler und Immobilienbesitzer als Schnittstelle zur Bauleitung zu finden, sieht er kritisch. Als Händler müsse man seine Zeit unter diesen Umständen ins Überleben investieren.

Lesen Sie auch: 

Das sind die Leerstände in der Lüdenscheider Altstadt

Besuch im Lüdenscheider Sexshop: „Schmuddelig“ war gestern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare