Baustelle an B 54 gefährdet Existenz

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Neben den bestehenden Gebäuden lässt Ingo Buckesfeld, Inhaber des Unternehmens Tara, eine neue, 65 Meter lange Lagerhalle errichten.

Lüdenscheid/Kierspe - „Die Baustelle trifft uns unheimlich. Vor allem jetzt, wo wir eine neue Lagerhalle bauen“, sagt Ingo Buckesfeld. Für eine Million Euro lässt der Inhaber der Firma Tara derzeit eine neue Lagerhalle auf seinem Gelände in Kierspe-Bollwerk errichten.

Die Baumaßnahmen begannen Anfang Oktober. Fast zeitgleich ließ der Landesbetrieb Straßen.NRW die B 54 auf Höhe der Firma im Zuge der Straßensanierung sperren. Nur Busse und Rettungswagen dürfen die Baustelle passieren. Für Ingo Buckesfeld „der Super-Gau“. „Jeden Tag kommen sieben bis zehn große Lastzüge mit Ware bei uns an. Zusätzlich fahren fünf unserer Lkw jeweils vier Mal am Tag raus. Viele unserer Kunden in der Region müssen innerhalb weniger Stunden beliefert werden. Durch die Baustelle und die Umgehungen über Meinerzhagen oder Halver kommt es aber zu deutlichen Zeitverzögerungen und zu höheren Spritkosten“, erklärt Ingo Buckesfeld, der Dienstleistungen und Produkte rund um das Verpacken anbietet.

Sondergenehmigung für Lkw abgelehnt

Buckesfeld beantragte eine Sondergenehmigung für die Lkw, die aber abgelehnt wurde. Um seine Kunden trotzdem pünktlich beliefern zu können, setzt der 56-Jährige nun Fremd-Spediteure ein, damit die Fahrzeiten seiner eigenen Mitarbeiter eingehalten werden können. „30 000 Euro kostet mich das im Monat. Mit so was kann man ja nicht rechnen.“

Problematisch sei auch, dass viele Fahrer die Umleitungsschilder nicht verstehen würden. „Ein Fahrer brauchte einmal vier Stunden bis zu uns. Unsere Kunden haben zwar Verständnis für die Situation, aber letztlich möchten sie ihre Ware auch pünktlich bekommen. Für unser gut laufendes Unternehmen ist das existenziell gefährdend.“

Vor einem Jahr plante Ingo Buckesfeld den Bau der neuen Lagerhalle. „Wir nehmen damit eine Standortsicherung vor.“ Damals war von der Baustelle unmittelbar vor der Firma noch nichts abzusehen. „Wir haben durch Zufall an einem Freitag über eine Mitarbeiterin erfahren, dass die Straße am kommenden Montag gesperrt wird. Informiert hat uns keiner.“ Die Baustelle wurde eingerichtet und für Buckesfeld begann das Minusgeschäft.

Denn für den Neubau musste er zunächst ein altes Backsteingebäude abreißen lassen. Die 2000 Tonnen Material konnten durch die Baustelle aber nicht wie geplant in Lüdenscheid entsorgt werden, sondern in Kreuztal, was Zusatzkosten in Höhe von rund 100 000 Euro zur Folge hatte. „Jetzt muss ich zur Bank gehen und sagen, dass ich mich verkalkuliert habe. Aber so was kann ich ja nicht beeinflussen.“

Baustelle macht kaum Fortschritte

Bedenklich findet Ingo Buckesfeld, dass die Baustelle an der B 54 kaum Fortschritte mache. Während seine eigene Baustelle dank der Witterung vor dem Zeitplan liege, passiere gegenüber „recht wenig“. „Unsere Bauarbeiter sind immer ganz früh hier, arbeiten bis es dunkel wird und kommen auch mal samstags. Gegenüber arbeiten auch mal nur zwei Mitarbeiter und zwischendurch ist gar keiner da.“

Für Buckesfeld steht fest, dass sich Straßen.NRW mit der Straßensanierung verkalkuliert hat. Ende November soll die Sperrung aufgehoben werden, doch für Buckesfeld endet der Ärger dann noch nicht. Denn im kommenden März beginnt der zweite Bauabschnitt an der B 54 und die Straße wird wieder gesperrt.

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