Baumuntersuchung: „Kastanien machen Sorgen“

Einige Kastanien im Stadtgebiet sind geschädigt.

Lüdenscheid - Es ist nicht so, als ob in Lüdenscheid in nächster Zeit das große Kastanien-Sterben ausbrechen würde. Aber es gibt einige der mächtigen Bäume im Stadtgebiet, die erkrankt sind und – wenn das Stadium der Erkrankung zu weit fortgeschritten ist – entfernt werden müssen.

Das ist das Fazit einer entsprechenden Baumuntersuchung, die das Sachverständigenbüro Reinartz und Schlag im Auftrag der Stadt durchgeführt hat. „Gerade einige Kastanien rund den alten Sportplatz an der Bismarcksäule machen uns Sorgen“, sagt Hans Jürgen Badziura, Fachdiensleiter für Umweltschutz und Freiraum.

Dem Laien werden die Schäden nicht immer auf den ersten Blick auffallen, aber Diplom-Biologe Michael Schlag hat natürlich eine professionelle Sicht auf Krone, Stamm und Stammfuß und weiß die Alarmzeichen einzuordnen. So ist an einem Exemplar an der Wehberger Straße in der Krone ein langer Borkenriss zu sehen. Die Rinde ist aufgeplatzt, Bakterien machen sich dahinter breit. „Die Symptome sind auf den Kronenbereich und den Stammkopf beschränkt“, erläutert Michael Schlag. „Dadurch kommt es zu einer Versprödung des Holzes. Die Bruchsicherheit ist gefährdet.“

Der Experte gibt dieser Kastanie die Note 4, das heißt: Der Zustand ist zwar erhaltungsfähig, aber nur „bedingt erhaltungswürdig“. Es handele sich um einen Baum mit Schadsymptomen, die mittelfristig zum Aussterben führen können und die Standsicherheit mindern. Der Erhalt des Baumes erfordere entweder eine Baumstatik-Prüfung mit erforderlichen Sicherungsmaßnahmen oder umfangreiche Baumpflegearbeiten.

Für eine Kastanie an der Albert-Schweitzer-Schule dagegen empfiehlt der Fachmann eine Fällung. Zu stark ist der Befall von Schädlingen gerade in der Krone. „Das Holz versprödet, die Äste sterben ab und brechen wie ein Keks durch. Bei einer so klaren Diagnose helfen keine „lebenssichernden“ Maßnahmen.

Grundsätzlich sei es immer eine Frage der Abwägung, wie mit den Bäumen zu verfahren sei. Lohnt sich der Aufwand für den Erhalt in Anbetracht der Schadensgröße, oder ist er auf Dauer gesehen nicht sinnvoll? Michael Schlag empfiehlt eine „praktische Herangehensweise.“

Hans Jürgen Badziura verdeutlicht die Dimension: „Es geht bisher noch um eine überschaubare Anzahl von rund zehn Bäumen, die gefällt werden müssen, 35 bis 40 Kastanien sind geschädigt, und wir haben in Lüdenscheid viele Hundert Kastanien. Aber die noch geringe Schädigung kann größer werden. Es ist uns wichtig, frühzeitig einen Bestandsbericht vorzulegen.“ - my

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