Gefahr in Hellersen Süd

Baum fällt Spaziergängerin vor die Füße: Wald im MK gesperrt

Umgekippter Baum auf Spazierweg im Wald
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Am Montag wurde es für eine Passantin gefährlich, als plötzlich ein kranker Baum auf den Spazierweg krachte.

Die Tage des stadteigenen Fichtenwäldchens im Ortsteil Hellersen Süd, zwischen Paracelsusstraße und Bremecker Bach, sind gezählt. Auch hier hat der Borkenkäfer den Bestand zerstört.

Lüdenscheid - Die ersten Fichten sind umgefallen – eine davon stürzte am Montag quer auf einen Spazierweg, nur wenige Meter von einer Passantin entfernt. Revierförster Marcus Teuber hat den Zugang mit Flatterband abgesperrt.

Der Sohn der erschreckten Spaziergängerin, Anwohner Sebastian Kaiser, hatte die Stadt bereits am 10. Februar auf die Gefahr aufmerksam gemacht. In einer ersten Antwort kündigte die zuständige Sachbearbeiterin im Rathaus neun Tage nach Kaisers Schreiben an, „diese Käferfichten bald möglichst zu beseitigen“.

Einen genauen Termin könne sie noch nicht nennen. Ein Grund: Wegen der landesweiten Käferplage seien derzeit kaum Unternehmen zu finden, die das Wäldchen mit Harvestern beseitigen können. „Motormanuell sind diese Fällarbeiten leider nicht mehr möglich.“

Am 2. Juni meldete sich Sebastian Kaiser abermals im Rathaus. „Leider ist bisher nichts weiter geschehen.“ Und: „Da sich hier unmittelbar an das Waldstück Wohnbebauung anschließt sowie viele Kinder in diesem Bereich spielen, muss hier aus meiner Sicht dringend gehandelt werden.“ Die Stadt als Eigentümerin sei „vollumfänglich in der Haftung“.

Als eine der Fichten am Montag in rund vier Metern Höhe einfach abbrach und auf den Gehweg fiel, schrieb der Anwohner erneut. „Ich fordere Sie nunmehr auf, unverzüglich für Abhilfe zu sorgen.“

Doch unverzüglich wird die Stadt das Problem nicht lösen können, erklärt deren Pressesprecherin Marit Schulte-Zakotnik. Die Rodung des Waldstücks sei beauftragt, „aber bei der Masse an kranken Bäumen kommen die Firmen ja gar nicht mehr hinterher“.

Die Fachleute, so die Sprecherin weiter, seien selbst erstaunt über das hohe Tempo des Befalls. Zwar sei die Stadt als Waldbesitzer verantwortlich, aber das Betreten eines Waldes erfolge – anders als bei öffentlichen Straßen und Wegen – „grundsätzlich auf eigene Gefahr“.

Das bestätigt Revierförster Teuber. Der ist nach eigenen Worten inzwischen dabei, die Arbeiten in Hellersen Süd vorzubereiten. Das sei durch die Bebauung nicht unkompliziert, vor allem für die Beladung der Holzlaster. Noch im Oktober sollen die Harvester dem Wäldchen den Garaus machen.

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