Noch Hoffnung an Neuenhofer Straße

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Der Plan: drei Häuser oberhalb der Einmündung Hüttenfeld, zwei darunter. Blau gerahmt sind die Felder, in denen die Bebauung zulässig ist. Im unteren Bereich sind Walmdächer geplant.

Lüdenscheid - Die geplante Bebauung der Neuenhofer Straße mit fünf Häusern, die der Rat am Montag bei Stimmengleichheit abgelehnt hat, bleibt weiter Thema für die Politik. Die Schlossherrin von Neuenhof, Gevinon Gräfin von dem Bussche-Kessell, versucht als Eigentümerin der Grundstücke noch im persönlichen Gespräch in die Politik hineinzuwirken. Auch bei der FDP bleibt das Problem auf der Tagesordnung.

Das Verfahren sei seit Jahren minutiös vorangetrieben worden. Die Verträge seien ausformuliert und bereit zur Unterschrift. Es seien fünf junge Familien, die sich seit Jahren auf den Bauplatz freuen und in diesem Jahr hätten beginnen können. Den wirtschaftlichen Schaden schätzt die Gräfin auf eine inzwischen möglicherweise sechsstellige Größe durch Kosten für Voruntersuchungen und unter Umständen sogar schon erbrachte Architektenleistungen. Nun drohe das Projekt, das zugleich eine erhebliche ökologische Aufwertung bedeute, an Kommunikationsproblemen zwischen Politik und Verwaltung und am unberechenbaren Abstimmungsverhalten im Rat zu scheitern.

„Wenn es objektive Kriterien gibt, die dagegen sprechen, dann sollten die auf den Tisch“, fordert sie daher. Es müsse eine Sachentscheidung geben und nicht eine, die allein durch politische Motive gesteuert sei. Denn auch in der CDU habe sie zum Teil Zustimmung signalisiert bekommen. Noch in der vergangenen Woche hatte die Bebauung im Ausschuss für Planung und Umwelt eine knappe Mehrheit erhalten. „Da haben wir gedacht, es sei alles schon über die Bühne“, sagt eine Interessentin, für die der Traum vom Haus am Hüttenfeld am Montagabend zunächst platzte.

Ob das jahrelange Planungsverfahren mit umfangreichen Voruntersuchungen, Überarbeitung, Kanalplanung und Beteiligungen doch noch in eine Bebauung münden kann, ist zurzeit offen. Er könne sich kaum vorstellen, die Vorlage unverändert noch einmal zur Abstimmung zu stellen, sagt FDP-Fraktionschef Jens Holzrichter.

Die FDP hatte im gesamten Verfahren stets für das Projekt gestimmt, um auch Familien mit höheren Einkommen einen Bauplatz zu bieten und sie an Lüdenscheid zu binden. In der entscheidenden Vorlage zum Satzungsbeschluss fehlte der FDP allerdings die letzte Klarheit zu den möglichen Gebäudevolumina. Mit den beiden Stimmenthaltungen der FDP brach die ohnehin hauchdünne Mehrheit zusammen.

Sollte sich die Meinung bei der FDP ändern, hätte das Vorhaben Neuenhofer Straße eine neue Chance: Die Vorlage könnte – sogar in unveränderter Form und ohne Neuaufnahme des Planungsverfahrens – wieder zur Abstimmung gebracht werden, hieß es auf LN-Anfrage beim Rechtsdezernenten Thomas Ruschin nach Rückfrage im städtischen Rechtsamt.

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