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Baufirma-Chef aus MK auf der Anklagebank: Scheinrechnungen auf Provision

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Landgericht Hagen
Der Prozess findet in Hagen statt. © Bernd Thissen

Die Liste der Vorwürfe ist lang: Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt, Steuerhinterziehung und gewerbsmäßiger Betrug. Und das über Jahre hinweg.

Lüdenscheid – Einem 57-jährigen Lüdenscheider werden vor der großen Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Hagen verschiedene Straftaten im Zusammenhang mit Schwarzarbeit vorgeworfen. Der Angeklagte soll mit seiner Lüdenscheider Baufirma in den Jahren von 2013 bis 2017 Arbeiten von Schwarzarbeitern ausgeführt haben.

Den Angeklagten wird vorgeworfen vermeintliche Fremdleistungen von Subunternehmern in Höhe von knapp 850 000 Euro verbucht haben. Bei den vermeintlichen Firmen soll es sich jedoch lediglich um sogenannte Serviceunternehmen gehandelt haben, die gegen Provision Scheinrechnungen zur Vertuschung von Schwarzarbeit erstellt hätten.

600 000 Euro hinterzogen

Die Leistungen sollen tatsächlich von schwarz beschäftigten Mitarbeitern erbracht worden sein. Hierdurch soll der Angeklagte Sozialversicherungsbeiträge, Lohnsteuern nebst Solidaritätszuschlag, Unfallversicherungsbeiträge und Beiträge zur Sozialkasse des Baugewerbes in Höhe von insgesamt mehr als 600 000 Euro erspart haben.

Dem 57-Jährigen werden daher Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt (Sozialversicherungsbeiträge), Steuerhinterziehung (Lohnsteuern nebst Solidaritätszuschlag) und gewerbsmäßiger Betrug (Beiträge zur Unfallversicherung und Sozialkasse) vorgeworfen.

Für die schwerste ihm vorgeworfene Tat, gewerbsmäßigen Betrug, sieht das Gesetz in der Regel eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vor. Der Angeklagte ist nicht vorbestraft und befindet sich auf freiem Fuß.

Für das Verfahren sind acht Verhandlungstage vorgesehen: Der Prozess beginnt am Donnerstag. 28. Oktober. Das Verfahren soll am 8. Dezember abgeschlossen werden.

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