Bauern sind mit Preisen recht zufrieden

Berichte und Infos gab es von (v.l.) Dr. Friedrich-Wilhelm Lütgemüller, Dirk Voß, Günter Buttighoffer, Joachim Spelsberg, Ludwig Krämer und Hubertus Bierkoch.

LÜDENSCHEID ▪ 153 gesperrte Betriebe in Nordrhein-Westfalen, 150 000 Tonnen deutschlandweit verfüttertes, durch Industriefette verseuchtes Tierfutter – der Dioxin-Skandal beschäftigte die Landwirte auf der Vollversammlung der Landwirtschaftlichen Ortsvereine Lüdenscheid, Schalksmühle und Altena im Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (LWV).

Der Vorsitzende des Kreisverbandes, Günter Buttighoffer, legte wenige Stunden alte Zahlen vor. „In der Hauptsache sind Hühner- und Schweinebetriebe betroffen, aber auch sechs Milchviehbetriebe“, so Buttighoffer.

„Bei Landwirten wird akribisch genau geguckt, jeder Busch muss vermessen werden, und da wird im großen Stil gepanscht“, äußerte ein Landwirt seinen Unmut. „Dabei ist klar, dass landwirtschaftliches Futter aus landwirtschaftlicher Produktion zu stammen hat.“ Auch sei ungewiss, wer für die Kosten der Proben in Höhe von 1000 Euro aufzukommen hat. Zunächst blieben die Landwirte auf diesen sitzen. Ortsverbandsvorsitzender Joachim Spelsberg legte den Jahresbericht vor. 2010 habe den Landwirten das Wetter stark zu schaffen gemacht. Starker Regen im Mai und Trockenperioden im Sommer gehörten dazu. Bei einem Milchpreis von knapp 30 Cent habe es akzeptable Einnahmen gegeben.

Einen kritischen Blick warf Spelsberg auf dem politischen Kurs des neuen NRW-Landwirtschaftsministers Johannes Remmel. „Grüne Ziele in allen Ehren, aber es kann nicht sein, dass man den Landwirten ökologisches Wirtschaften verordnet.“ Die Politik richte sich gegen die Großmastanlagen. Fördergelder sollen in Zukunft nur noch fließen, wenn Landwirte vielfältige Produktion- und Bewirtschaftungsauflagen einhielten. „Die Auflagen sind wesentlich höher als in vielen Drittstaaten.“

Um neue Verordnungen ging es auch in den Berichten des Kreislandwirtes Dirk Voß sowie des Geschäftsführers der Landwirtschaftskammer, Dr. Friedrich-Wilhelm Lütgemüller, die auf die Düngeverordnung und die Auflagen für Fördergelder und Prämienzahlungen eingingen. Ein Forstbericht war ebenfalls zu hören. Der Revierleiter Schalksmühle im Regionalforstamt Märkisches Sauerland Hubertus Bierkoch legte die Preisentwicklung im Leitsortiment Stammholz vor. Der Preis habe noch zu Beginn des Jahres 2010 bei 75 Euro gelegen und sei bis zum Dezember auf 92 Euro angestiegen. „Wir haben im Märkischen Kreis 180 000 Festmeter Holz vermarktet“. Davon entfallen allein auf Lüdenscheid 20 000. Ein weiterer Preisanstieg sei möglich. Die Neupflanzung von Bäumen habe durch den frühen Schneefall im November Rückschläge erlebt. Die weitere Entwicklung bleibe abzuwarten.

Der Geschäftsführer des Kreisverbandes, Ludwig Krämer, informierte darüber, dass die Landwirte mit Strom-Entschädigungszahlungen durch Mark E rechnen können und legte die neuen erhöhten Strompreise vor, die auf die Landwirte zukommen. Der Abend klang aus mit einem Video zur Landesgartenschau, das im Rückblick noch einmal die Arbeit des LWV von der Planung bis zur Durchführung zusammenfasste. An 191 Tagen seien die Landwirte mit mehr als 1000 Helfern in Hemer vertreten gewesen. „Gut gelungen“, bewertete Buttighoffer im Rückblick und bedankte sich bei allen, die zum Gelingen beigetragen haben. Am 25. Januar soll es eine Pflanzenbautagung in Hagen geben. Außerdem ist eine Ausbildertagung geplant.

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