Tipps von Profis: Baseball-Camp im Nattenberg-Stadion

So geht’s: Der Ball wird nur mit drei Fingern gehalten.

Lüdenscheid - Die Ellenbogen hoch nehmen, das Gewicht vom hinteren auf den vorderen Fuß verlagern, dabei die Hüfte drehen und den Arm mit dem Schläger locker durchschwingen – und das Wichtigste: den Ball fest im Blick behalten. „Sonst ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ihr ihn nicht trefft“, weist der Trainer seine Schützlinge ein.

Was in der Theorie einfach klingt und bei denen, die es können, noch leichter aussieht, ist schwerer als gedacht. Diese Erfahrung mussten zumindest die Teilnehmer des Baseball-Camps machen, das momentan im Nattenberg-Stadion stattfindet.

Ausrichter ist die Christliche Gemeinde an der Eduardstraße. Etwa 50 Kinder und Jugendliche konnten die Organisatoren für die Aktion begeistern – kein Wunder, werden die deutschen „Baseball-Greenhorns“ doch von echten Kennern der weltweit beliebten Sportart trainiert. Wer wäre für diese Aufgabe besser geeignet als US-Amerikaner aus dem Heimatland des Baseballs.

Dank der Mitgliedschaft im Netzwerk Synergy kam die Verbindung zu einer amerikanischen Gemeinde in Texas zustande, berichtet Christiane Lüling von der Christlichen Gemeinde über die Hintergründe des Kontakts. 16 Jugendliche und sechs Erwachsene sowie der Pastor und der Jugendpriester aus der First Baptist Church Kaufman nahe Dallas sind jetzt in Lüdenscheid zu Gast, um deutsche Kinder und Jugendliche für ihren Nationalsport zu begeistern.

Dabei soll allerdings der missionarische Gedanke nicht außen vor bleiben, wie Christiane Lüling hervorhebt. Das Baseball-Camp ist mit dem Thema „Folgen“ überschrieben. Eine Andacht greife das Motto auf, so die Gemeindevertreterin. Via Twitter und Facebook folgen viele Menschen anderen. „Und wer folgt Jesus? Kann man ihm nicht auch folgen?“, nennt Christiane Lüling eine Frage, zu deren Beantwortung die Camp-Teilnehmer eingeladen sind.

Laufen, fangen, werfen, Teamgeist – das sind hingegen die Schlagworte, die auf dem Spielfeld von Bedeutung sind. Wie sitzt der Handschuh perfekt und wie wird damit richtig gefangen – aus der Luft, in Bodennähe, oberhalb der Hüfte und unterhalb? Auf die richtige Technik kommt es an, erklären die Trainer. Und immer wieder betonen sie: „Den Ball nicht aus den Augen lassen.“

Beim Werfen umschließen lediglich Daumen, Zeige- und Mittelfinger die lederne Kugel, lernen die Teilnehmer. „Und werft nicht, bevor ihr Blickkontakt zu eurem Mitspieler habt. Er gehört zu eurem Team, er ist nicht der Gegner“, mahnen die Trainer die Übereifrigen zu überlegtem Handeln.

Dem Fänger hingegen muss bewusst sein, dass sein Handschuh das Ziel des Werfers ist – also ruhig halten. Zumindest so lange, bis der Ball die Hände des Werfers verlassen hat. „Er fliegt nicht immer direkt in euren Handschuh. Deshalb lautet die Regel: Der Handschuh muss zum Ball.“

Aber auch die Position des Schlagmannes sieht leichter aus, als sie ist. Viele Schwünge der Baseball-Anfänger glitten am Ball vorbei ins Leere – doch die amerikanischen Gäste wissen, was zum Erfolg führt: Motivation. „Macht nichts. Probier’s einfach nochmal.“

Bis zum Abschlussturnier am kommenden Samstag bleibt den Baseball-Camp-Teilnehmer noch etwas Zeit, Regeln zu lernen und Techniken zu trainieren. Zwischen 14 und 18 Uhr finden im Nattenberg-Stadion dann die Spiele statt – von 16 bis 20 Uhr ist außerdem noch eine „Texas-Night“ zum Ausklang geplant.

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