Der Baron und die Baumarkt-Skulptur

+
Zünftiger Klang im Park von Schloss Neuenhof: Dirigent Georg Tausch und das von ihm geführte Jugendblasorchester der Musikschule Lennetal spielen gekonnt auf. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Sanfte Fontänen in Teich und Becken prachtvolle Rhododendren, Lorbeer und Buchs, Pfingstrose, Löwenzahn und Gewitterblümchen. Der Garten von Schloss Neuenhof ist eine Synthese klassischer englischer Parkanlage, französischen Formenspiels, naturnahen Baumgartens und zweckmäßig vorgeformter Landschaft. So erfahren es die rund 1300 Besucher, die sich im Verlaufe des Samstags zur „ersten offenen Gartenpforte an der Elspe" einfinden.

Platzkonzert zwischen Wasserfontäne und Gänseblümchen: Das Jugendblasorchester der Musikschule Lennetal unter Georg Tausch überzieht das Tal mit zünftigem Klang. Das ficht die brütenden Enten am anderen Ufer des einstigen Hammerteiches nicht an. Schlossherr Alhard Freiherr von dem Bussche-Kessell lädt ein zum Rundgang auf der rund drei Hektar großen Gartenanlage. Dabei erfahren die staunenden Zuhörer, dass der heutige Park einst ein Fabrikhof war. „Ein ganzes Tal voller Hammerwerke und dazu zwei Eisenhütten", so der Freiherr, „heute dient der einstige Hammerteich ausschließlich der Zierde." Ein paar Knirpse kicken fröhlich auf der Wiese zwischen zwei aufgestellten Kleintoren. Radler, Wanderer, Spaziergänger und Kunstsinnige schlendern durch die Anlage.

Im Spagat zwischen Kunst, Heimatgeschichte und Gartenphilosophie soll der Baron doch bitte etwas über die Figur zweier Enten an der Treppe zum Schlossgraben sagen. „Das ist eine Baumarktskulptur und markiert den Futterplatz der Enten," schallt es knochentrocken in aller Freundlichkeit zurück.

Auf seitlichen Höhenwegen durch den Baumgarten mitten im Gehölz Reste des einstigen Hopfengartens. Japanischer Kuchenbaum und Kugelahorn, Zimt-Himbeere und Libanon-Zeder gilt es zu bestaunen. „Das Jüngste Gericht", Skulptur von Stephan Voigt, grüßt mit der Himmelfahrt ins Tal. Drei Sitzquader oberhalb der Skulptur deuten beziehungsreich den Sitz des Gerichts an. Eng umschlungen sitzt ein turtelndes Paar auf dem mittleren der Steine und blickt verklärt talwärts mitten in die Voigtsche Höllenfahrt.

Am Ende des Tages sind nicht nur die Veranstalter überzeugt, dass die Öffnung des Parks wiederholt werden sollte.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare