Detlev Kümmel ist "Mensch 2018"

Bares für Rares rührt zu Tränen: Altenpflegerin weiß nicht, welchen Schatz sie hat

+
Natascha Scharschmidt, Horst Lichter und Detlev Kümmel. 

Lüdenscheid - Detlev Kümmel ist ein „Mensch 2018“. Das ZDF würdigte den Kunst- und Antiquitätenexperte aus Lüdenscheid in der Sendung „Menschen 2018“. Der Grund: Ein bewegender Fall in der Kult-Sendung „Bares für Rares“.

Zusammen mit Moderator Horst Lichter und Händler Julian Schmitz-Avila war Kümmel zu Gast in der Rückblick-Show von Markus Lanz. Dabei vertraten die drei auch den eigentlichen Star der Bares-für-Rares-Folge - eine Altenpflegerin aus Soest.

 

In der XXL-Abendshow von "Bares für Rares" auf Schloss Drachenburg am 12. Juli wollte die Altenpflegerin Natascha Scharschmidt aus Soest ein kleines Döschen, das sie von ihren Großeltern geerbt hatte, zu Geld machen. Ihre Schmerzgrenze: 150 Euro. 

Natascha Scharschmidt aus Soest in der Sendung am 12. Juli 2018.

Während Moderator Lichter die Soesterin interviewte, schlug bei Experte Detlev Kümmel das Herz höher. „Ich hab es schon als etwas Besonderes erkannt, bevor ich es wirklich anfassen durfte“, erinnert sich der Lüdenscheider in der Lanz-Sendung an den Moment, als ihm das Exponat präsentiert wurde.

Schmerzgrenze 150 Euro - dann kommt die Expertise

Nach Ausschluss aller Eventualitäten stand für Detlev Kümmel fest: „Es ist perfekt, es ist alt und es ist eine wirkliche Rarität.“ Die Rarität ist eine Schnupftabakdose aus der Zeit vor 1735. Der Porzellan-Korpus war von der Manufaktur Meißen hergestellt und aufwendig mit einem Einhaarpinsel bemalt worden. Gefasst wurde er in einer Augsburger Schmiede in 13-lötigem Silber.

Auch die Innenseite der Dose war bemalt - mit einem frivolen Motiv.

Für ähnliche Stücke mit Beschädigungen würden bis zu 2 500 Euro gezahlt. Im vorliegenden perfekten Zustand schätzte Kümmel den Wert auf mindestens 4 500 Euro – 30 mal mehr als Natascha Scharschmidt ursprünglich haben wollte. Nicht nur bei Horst Lichter liefen Tränen.

Schätzung liegt 30-mal höher

„Es war ein absolutes Highlight – nicht nur das Objekt, sondern auch die Stimmung im Zuschauerraum. Für mich war es der emotionalste Fall bei Bares für Rares“, sagt Detlev Kümmel im Gespräch mit den LN. Niemand anderes hätte einen solch hohen Betrag mehr verdient als Natascha Scharschmidt. Sie sei extrem bescheiden aufgetreten (im Video ab Minute 1:31:00). 

„Für sie war es damals eine echte Überwindung, vor einer Kamera aufzutreten“, erinnert sich der Lüdenscheider. Für den Experten war es dann auch gar nicht so einfach, den richtigen Ton zu treffen. 

Die Ausstrahlung überträgt sich aufs Publikum

„Ich habe die Expertise sehr ruhig aufgebaut, um sie nicht sofort zu schockieren. Als sie hörte, was für eine Rarität sie mitgebracht hatte, merkte man ihr an, dass siehalb schockiert und halb begeistert war. Diese Ausstrahlung übertrug sich auf das Publikum. Es war ein ergreifender Moment. Hinter mir hat ein erwachsener Mann angefangen zu weinen“, berichtet Kümmel. 

Alle Berichte zum Bares-für-Rares-Experte

Er erinnert sich auch noch an seinen ganz persönlichen Schockmoment. Natascha Scharschmidt hatte die Dose auf die Händlerkarte gestellt und sich weggedreht. Detlev Kümmel sah, wie das seltene Stück verrutschte und rief laut „Vorsicht“

Soesterin ist absolut glücklich

Im Händler-Raum erhielt Julian Schmitz-Avila für 4.500 Euro den Zuschlag.

4.500 Euro wurde für die Dose bezahlt.

Die Soesterin war ursprünglich ebenfalls als „Mensch 2018“ in die Lanz-Sendung am Donnerstag eingeladen, wie Kümmel berichtet.Sie habe aber krankheitsbedingt abgesagt. Er empfinde großen Respekt für die Frau. 

Detlev Kümmel (2. von rechts) in der Sendung "Menschen 2018".

Sie ist eine Altenpflegerin, wie ich sie mir später wünschen würde. Mit einer beruhigenden Aura, aber im entscheidenden Moment tough.“ Das Jahr 2018 verlief für den 50-Jährigen sehr erfolgreich. 

Lüdenscheider Experte häufiger auf Sendung

Er wird neben Kuriositäten nun auch als Experte für Antiquitäten eingesetzt und taucht deutlich häufiger in der Sendung „Bares für Rares“ auf, die in diesem Jahr zudem mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet wurde. 

Eigene Galerie in Lüdenscheid-Brügge

Die zunehmende Bekanntheit zahle sich auch für seine Galerie „KUEMMEL.GALLERY“ in Lüdenscheid-Brügge aus.

Die Kollegen des Soester Anzeigers haben mit Natascha Scharschmidt gesprochen. Die Sendung, die bei Youtube mehr als fünf Millionen mal angeschaut wurde, hat die Soesterin ein bisschen berühmt gemacht, wie sie im Interview erzählt. Hier geht es zum Interview. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare