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Bares für Rares in Lüdenscheid: Detlev Kümmel schätzt Wert von Raritäten 

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Von: Monika Salzmann

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Schätztag in der Lüdenscheider Phänomenta mit Galerist Detlev Kümmel, bekannt als Experte für Kunst und Antiquitäten aus der ZDF Sendung „Bares für Rares
zum Geburtstag der Phänomenta hatte Detlev Kümmel seinen Schätztag in das Science Center verlegt. © Jakob Salzmann

Im Rahmen des Jubiläumsprogramms zum 25. Geburtstag des Science Centers hatte das Phänomenta-Team einen Schätztag mit dem Lüdenscheider Galeristen Detlev Kümmel – bekannt aus der ZDF-Sendung „Bares für Rares“ – organisiert. Den ganzen Tag über herrschte im Wissenschaftsmuseum ein reges Kommen und Gehen.

Lüdenscheid - „Kommen Sie nach vorn, trauen Sie sich!“ Zu Dutzenden strömten Besucher am Sonntag in die Phänomenta, um moderne und alte Kunst, Antiquitäten, Kuriositäten und Raritäten auf ihren Wert schätzen zu lassen. Pro Stunde waren zwölf Schätzungen festgesetzt. Jedes Zeitfenster war ausgebucht. Nach Möglichkeit nahm Detlev Kümmel auch diejenigen, die sich spontan zu einem Besuch des Schätztags entschlossen, mit in seine Expertise mit hinein.

Schwerpunktmäßig aus Lüdenscheid und Umgebung kamen die Besucher mit ihren Schätzen, vielfach Erbstücken, beim Aufräumen des Kellers oder Dachbodens gefunden, einst teuer gekauft und mittlerweile aus der Mode gekommen, schon lange in Ehren gehalten oder einfach kurios. Den meisten ging es um eine Einschätzung, ob sie Kunst oder Kitsch, Exponate von Wert oder Dekoratives, das zwar schön anzusehen ist, aber keinen großen Wert hat, besitzen. Größtenteils aus der Tageszeitung hatten die Märker – zwischen 8 und 95 Jahren alt – von dem Schätztag erfahren. Viele waren eingefleischte „Bares für Rares“-Fans.

Teilweise kamen die Angemeldeten mit mehreren Sammlerstücken, um den Rat des Experten, der die Exponate im Panorama der Phänomenta in Augenschein nahm, einzuholen. Manch einen musste Detlev Kümmel enttäuschen, wenn die Schätzung niedriger ausfiel, als erhofft. Andere ermunterte er, sich mit ausgefallenen Raritäten für die Sendung „Bares für Rares“ zu bewerben.
Immer wieder fand er Interessantes für die Sendung, sei’s eine uralte Taschenuhr, einen alten Mechanik-Baukasten als anspruchsvolles Kinderspielzeug, ein Bianchi-Rennrad, das längst ein Klassiker ist, oder Raritäten aus der Kaiserzeit.

Viele Gemälde – darunter auch eine ausgefallene Arbeit von Heinz Wever – fanden sich unter den mehr oder minder wertvollen Schätzen, mit denen sich die Märker zum Schätztag einfanden. Ebenso Porzellan aus bekannten Manufakturen, dessen Preis in den letzten Jahren stark eingebrochen ist, Schmuck, eine alte Bibel, Skulpturen, Silberschalen, mundgeblasenes Murano Glas und vieles, vieles mehr.

Bei Schmuck – da die aufwendige Prüfung von Edelsteinen, Perlen und Edelmetall in der Kürze der Zeit und ohne die dafür notwendigen Gerätschaften nicht möglich war – hielt sich Detlev Kümmel mit einer Expertise zurück. Anderswo ging er Signaturen sorgsam auf den Grund.

Schätztag in der Lüdenscheider Phänomenta mit Galerist Detlev Kümmel, bekannt als Experte für Kunst und Antiquitäten aus der ZDF Sendung „Bares für Rares
Wertvoll oder nicht? Der Lüdenscheider Experte nahm die Exponate genau unter die Lupe. © Jakob Salzmann

Manch spannende Geschichte kam bei den Schätzungen zum Vorschein. Wie die eines verstorbenen Lüdenscheiders, der als Kriegsgefangener im Zweiten Weltkrieg in Frankreich war und von dort ein altes Schriftstück aus dem Jahr 1321 mitgebracht hatte. „Das Papier ist alt, die Schrift ist alt, top erhalten“, meinte Detlev Kümmel dazu. Sein Rat an die jetzigen Besitzer, Jessica und Niclas Waldheim: In einem großen Auktionshaus vorstellig zu werden. Von der französischen Königin Klementia und Fischereirechten ist in dem alten Schriftstück die Rede. Mut bewies die achtjährige Fleur Steinweg, die ein selbstgemaltes Bild mitbrachte. „Den Wert sag‘ ich dir in 20 Jahren“, urteilte der Experte schmunzelnd.

Gefallen am Veranstaltungsformat fanden die Besucher allemal. „Hat viel Spaß gemacht“, meinte die 95-jährige Anna Sibylla Klein, die in Begleitung ihres Enkels Marius eine Reservistenflasche und Tassen ihres Vaters aus dem Ersten Weltkrieg zur Begutachtung mitgebracht hatte.

Den Wert sag‘ ich dir in 20 Jahren!

Detlev Kümmel

„Man hat auch von den anderen etwas mitbekommen“, lobte Heike Heitmann aus Herscheid, die eine Silberschale aus St. Petersburg dabeihatte. Mal ernüchternd wie im Falle des Lüdenscheider Malers Wilhelm Franz Wirth, auf den Charlotte Weber zu sprechen kam, mal aufmunternd wie im Falle von Andreas Hartschwager und seinem Bianchi-Rad fielen die Expertisen aus. „Das macht solche Schätztage aus, dass man immer mal wieder etwas Verrücktes findet“, resümierte Detlev Kümmel.

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