Die neue Regionenschreiberin

Diese Frau schreibt über die Vereine im MK

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Dr. Barbara Peveling ist die neue Regionenschreiberin.

Lüdenscheid – Noch ist von Dr. Barbara Peveling in der Bergstadt nichts zu sehen. Das allerdings wird sich zum 1. März ändern. Denn sie ist die Regionenschreiberin des NRW-Literaturprojektes stadt.land.text NRW und wird für vier Monate auf Spurensuche in der Kulturregion Südwestfalen gehen.

„Wir haben für sie in Herscheid eine Wohnung angemietet“, sagt Susanne Thomas (Kulturregion swf). Lieber wäre dem Servicebüro für die Kulturregion Lüdenscheid gewesen, „aber das war in Lüdenscheid alles zu teuer“. So verschlägt es Dr. Barbara Peveling stationär in die Nachbargemeinde.

Rund 100 000 Euro lässt sich das Land NRW das Projekt „stadt – land – text“ mit seinen Regionenschreibern kosten. Vom 1. März bis zum 30. Juni schwärmen insgesamt zehn Regionsschreiber in die zehn Kulturregionen NRWs aus (Aachen, Bergisches Land, Hellweg, Münsterland, Niederrhein, Ostwestfalen-Lippe, Ruhrgebiet, Rheinschiene, Sauerland und Südwestfalen), um ihre jeweilige Region zu ergründen und ihre Eindrücke mit allen literarischen Mitteln der Kunst auf dem Blog stadt.land.text NRW 2020 (www.stadt-land-text.de) sowie auf Facebook und Instagram vorzustellen.

Am Ende sollen die Eindrücke der Regionenschreiber in einem Buch zusammengefasst werden. „Barbara Peveling will ihren Schwerpunkt auf die Chorlandschaft legen“, erzählt Susanne Thomas. Derzeit bereitet sich die Schriftstellerin auf ihren Aufenthalt in der Region vor. „Natürlich wird sie von uns gebrieft und betreut. Soweit ich weiß, hat sie eine Tante in Lüdenscheid. Aber ihre Schwerpunktthemen kann sie sich selbst aussuchen. Von sich aus will sie auf die Vereine zugehen und in die Industrie. Man kann sie aber auch einladen“, erklärt Thomas.

In die Kulturregion Südwestfalen kommt Dr. Barbara Peveling, weil ihr die Region nicht fremd ist, da sie hier ihre ersten Lebensjahre verbrachte. Da Peveling mittlerweile in Frankreich lebt, ist das Projekt für sie die Gelegenheit, die Region zwischen Hagen und Siegen neu zu entdecken und zu erforschen. Peveling lebt mit ihrer Familie in Frankreich. Von dort nach Herscheid - was zunächst wie ein krasser Sprung aussieht, relativiert sich bei näherer Betrachtung.

Die Autorin und promovierte Ethnologin wurde 1974 in Siegen geboren, verbrachte ihre Kindheit in Olpe und ihre Jugend in Bonn. Sie arbeitete einige Jahre in einer sozialen Einrichtung in Israel, studierte in Tübingen sowie in Paris und forschte für ihre Doktorarbeit in Marseille. Ihre Romane erschienen bei Nagel und Kimche in Zürich und Goldegg in Wien. Sie war Finalistin beim Open Mike und erhielt Preise und Auszeichnungen. Sich selbst bezeichnet sich die Autorin „als in der Welt zu Hause und im Herzen immer der Heimat treu geblieben“, auch wenn Frankreich mittlerweile zu einem festen Wohnsitz geworden ist, wo sie mit ihrem Mann und den zwei Söhnen lebt. 

Auch hier soll einer der Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen: „Wie lebt es sich eigentlich mit Familie im Märkischen Kreis?“ Das Ergebnis ihrer Recherchen in der Region sei offen, so Thomas, sie will in Erfahrung bringen, was hier in Südwestfalen anders ist, will die Eigenarten und Entwicklungen der Region erforschen und ihre Ergebnisse fortlaufend im Internet als Blog präsentieren.

Auf den „Job“ als Regionenschreiberin hat sich Barbara Peveling beworben. Das Landes-Projekt war bundesweit öffentlich ausgeschrieben worden, 130 Bewerbungen gingen ein. Eine neutrale Jury wählte anschließend die Regionenschreiber aus, die jeweils für die vier Monate im Rahmen der Projekt-Mittel finanziell unterstützt werden. Die Schreiber erhalten ein monatliches Stipendium, das Projekt ist über die Regionale Kulturpolitik des Landes NRW und über die Kulturregionen und deren Partner gefördert. Bereits 2017 legte das Land NRW die Entdeckungsreisen durch die Kulturregion Südwestfalen als Pilotprojekt auf, das Ziel ist eine Art Biennale. Wer die Regionenschreiberin live erleben möchte, der kann sich zukünftig über aktuelle Termine unter stadt.land.text NRW 2020 (www.stadt-land-text.de) informieren.

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