Diese Dinge sollten beachtet werden

Bakterien-Gefahr beim Grillen: Hunderte Krankheitsfälle im MK amtlich bestätigt

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Mit der Grillsaison steigt auch die Gefahr, an Magen-Darm-Infektionen zu erkranken. (Symbolfoto)

Lüdenscheid – Grillen im eigenen Garten hat im Märkischen Kreis in Zeiten von Corona Hochkonjunktur. Doch mit der Grillsaison steigt auch die Gefahr, an Magen-Darm-Infektionen zu erkranken, die vor allem durch Grillen von rohem Geflügelfleisch entstehen können.

75 Erkrankungen an Salmonellose und 345 Fälle von Campylobacter-Enteritiden wurden allein im vergangenen Jahr im Märkischen Kreis gemeldet. Das teilt die AOK NordWest auf Basis aktueller Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin mit. 

Beide Keime sind typische Krankheitserreger, die sich hauptsächlich in Fleisch und Produkten aus rohen Eiern befinden und teils heftige Durchfallerkrankungen, Fieber und Erbrechen auslösen können. „Damit der Grillgenuss nicht krank macht, sollte das Grillgut stets gut durchgegart sein und wichtige Hygieneregeln beim Umgang mit Lebensmitteln beachtet werden“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Dirk Schneider. 

Auch wenn die Anzahl der Infektionen mit Campylobacter-Erregern im Märkischen Kreis auf 345 Fälle in 2019 (2018: 387 Fälle) und die Salmonellen-Infektionen auf 75 Fälle (Vorjahr: 88 Fälle) gesunken sind, ist dennoch Vorsicht geboten. Salmonellen und Campylobacter gehören zu den häufigsten Erregern bakterieller Durchfallerkrankungen und unterliegen der Meldepflicht. 

Besonders in den Sommermonaten ist ein deutlicher Anstieg festzustellen. Häufig erfolgt die Übertragung über Geflügelfleisch, das nicht durchgebraten wurde. 

Tauwasser sofort weggießen 

Um eine Infektion zu verhindern, ist Hygiene sehr wichtig. Dazu gehören: die Hände gründlich waschen, Marinaden oder Verpackungen nicht mit anderen Lebensmitteln in Kontakt bringen. Da Campylobacter auch im Kühlschrank und auf gefrorenen Produkten überleben, sollte das Tauwasser sofort weggegossen werden. 

Schneidebretter, Teller oder Messer sind nach dem Kontakt mit rohem Fleisch gründlich zu reinigen und erst dann wieder für die Zubereitung anderer Speisen zu nutzen. Eine Erkrankung beginnt meist mit Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, kurz darauf folgen heftige Bauchschmerzen und -krämpfe, Übelkeit und Durchfälle. 

Die Durchfälle können sehr wässrig oder sogar blutig sein. In der Regel dauert eine Campylobacter-Erkrankung bis zu einer Woche. Normalerweise verläuft sie ohne Komplikationen, und die Beschwerden klingen von selbst ab. Viele Campylobacter-Infektionen verlaufen auch ohne Krankheitszeichen. Als Komplikation können in Ausnahmefällen rheumatische Gelenkentzündungen oder Hirnhautentzündungen auftreten.

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