„Bahnwohnungen“ bleiben vorerst leer

Lüdenscheid -   Bei der Frage, inwieweit Flüchtlinge dezentral und übers Stadtgebiet verteilt untergebracht werden können, spielen auch Wohnungsleerstände eine große Rolle. Bei den Bemühungen, Wohnraum anzumieten, sieht der Betriebsleiter Zentrale Gebäudewirtschaft (ZGW) bei der Stadt, Frank Kuschmirtz, inzwischen Fortschritte. Aber es gibt auch Hemmnisse.

Die Stadtverwaltung habe das Thema Dezentrale Unterbringung „sehr frühzeitig“ auf die Agenda genommen, so Kuschmirtz. „Weil alles besser ist als eine Massenunterkunft.“ So seien nach Verhandlungen mit der Geschäftsleitung der stadteigenen Lüdenscheider Wohnstätten (LüWo) AG und dem Unternehmen Schwarz & Born bereits erste Erfolge erreicht. „Mit der LüWo haben wir inzwischen Verträge über die Anmietung von etwa 50 Wohnungen abgeschlossen. In Gesprächen mit Schwarz & Born sind wir ebenfalls ein gutes Stück weitergekommen.

Weitere Gespräche mit Anbietern auf dem Wohnungsmarkt laufen inzwischen, so Frank Kuschmirtz – unter anderem mit der Eisenbahner-Wohnungsgenossenschaft (EWG) aus Hagen. Die EWG verfügt in Lüdenscheid ebenfalls über eine ganze Reihe von Wohnungen, hat aber offenbar Probleme mit deren Vermietung.

So stehen zum Beispiel im Ortsteil Brügge mindestens 20 Wohnungen leer. Die sogenannten Bahnhäuser an der Oberen Schlänke und an der Obderbeckstraße sind betagt, aber äußerlich in einem guten Zustand. Kunststofffenster, moderne Türen und Laminat-Fußböden, Garten hinterm Haus – hier könnten zügig Familien einziehen. Doch bei der Vergabe der Mietverträge können die EWG-Verantwortlichen offenbar nicht so wie sie wollen.

Wie es aus dem Vorstand heißt, müssten Mieter Mitglieder der Genossenschaft sein. Außerdem behalte sich die Bahn AG ein Belegungsrecht vor. Ein EWG-Sprecher: „Wir sind ein Überbleibsel der Bahn, und die Bahn AG ist Nachfolgerin eines staatlichen Unternehmens.“ Man könne den Bedarf an günstigem Wohnraum befriedigen, „aber irgendwo werden uns immer noch Bahnschranken in den Weg geworfen“.

Trotzdem hält die Stadt an dem Thema fest und will weiter mit der EWG verhandeln. Kuschmirtz: „Wir hoffen, dass wir Mitte Februar Ergebnisse präsentieren können.“

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