Am Bahnhof in Lüdenscheid: Intelligenter Mülleimer darf bleiben

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Der Standort am Bahnhof hat sich für den intelligenten Mülleimer bewährt.

Lüdenscheid - Moderne Mülleimer sind auch vernetzt. Wie sie sich im Alltag bewähren, testet der STL seit ein paar Monaten am Bahnhof. Die Erfahrungen sind positiv.

Er ist ein guter Freund geworden. Einer, den man nicht ständig besuchen muss. Einer, der sich selber meldet, wenn er Hilfe braucht. Einer, wie man nicht viele hat. Der sogenannte intelligente Mülleimer, der seit April 2019 am Bahnhof Dienst tut, hat sich bewährt. 

Deshalb werde die Testphase verlängert, sagt STL-Werksleiter Heino Lange. Bis zu drei Jahre lang könne man die neue Technik erproben. Wenn man sich dann zum Kauf entschließe, werde die Miete angerechnet. 5340 Euro kostet die neueste Generation von öffentlichen Abfalleimern; 180 Euro beträgt die Monatsmiete. 

Da gilt es, genau abzuwägen, was man durch den vermehrten Einsatz solcher Behälter langfristig sparen könnte. Der Eimer, der seine Energie aus einem Solarmodul zieht, sammelt bis zu 120 Liter Müll, den er selbst presst. Ist ein Füllgrad von 80 Prozent erreicht, schickt er eine Mail zum STL. Dort hat man somit noch etwas Zeit zu reagieren, bevor die nächste Leerung fällig wird. „Wir leeren die 120 Liter im Schnitt einmal im Monat“, weiß Heino Lange. Die bedarfsgerechte Leerung hat einen großen Vorteil: „Wir haben erhebliche Fahrtzeiten gespart.“ 

Bei der Vorstellung der neuen Technik im April hieß es, dass die kantige Minipresse rein rechnerisch die Menge von 16 kleineren Behältnissen aufnehmen könne. Damit ließe sich, theoretisch, auf einen Teil der mehr als 1000 regulären Mülleimer im Stadtgebiet verzichten, inklusive der erforderlichen Leerungsfahrten. Voraussetzung ist allerdings, dass man die Standortdichte überhaupt stark ausdünnen möchte.

Apropos: Die Behälter eignen sich nicht für jeden Standort. Der intelligente Vorzeigebehälter braucht eine ebene Standfläche, damit die Technik ordnungsgemäß funktioniert. Am Sauerfeld, wo sich der Einsatz wohl ebenfalls lohnen würde, wäre die nicht vorhanden. 

Der Bahnhof Brügge fällt Lange noch spontan ein, wenn er über weitere Standorte nachdenkt – auch eine Aufgabe für die Testphase. Alles in allem sind die Erfahrungen bislang positiv, stellt Lange fest: „Ich würde den wohl behalten wollen.“ Trotzdem wird es vorerst bei dem Einzelexemplar bleiben: „Die Entscheidung dafür ist auch eine Kostenfrage.“

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