Bagger fällt Hecke: Nachbarn sauer auf Firma

Axel Hofmann (l.) und Walter Merz vor den Resten der Hecke, die einem Bagger zum Opfer fiel.

LÜDENSCHEID ▪ „Ich dachte, ich trau‘ meinen Augen nicht“, ist Axel Hofmann noch immer empört. Am Mittwochmorgen rupfte ein Bagger eine riesige alte Hecke hinter seinem Grundstück an der Straße Krähennocken weg und damit auch einen natürlichen dichten Sichtschutz auf die Rückseite des Neubau-Komplexes der Firma Phoenix-Feinbau. Hofmanns Nachbar Walter Merz kann‘s ebenfalls nicht fassen, zumal die Grenzsteine den Schluss zulassen, dass die Hecke nicht auf dem Areal der Firma gestanden hat. Merz zitiert seine Mutter: „Die hätte zu dieser Vorgehensweise gesagt: ‚Das ist ungezogen‘. Man könnte es aber auch noch schärfer ausdrücken.“

Die beiden sind aber nicht nur sauer, weil sie jetzt aus ihrem Garten heraus direkt auf die gewaltige Rückwand gucken, sondern auch, weil in der Hecke Vögel brüteten und dort auch Nistkästen angelegt waren. „Da hat keiner drüber nachgedacht und einfach losgelegt. Das ist doch nicht in Ordnung.“ Zudem beklagen sie einen erheblichen Vertrauensverlust. „Zwar ist uns bewusst, dass wir in einem Mischgebiet wohnen und sehen ja auch ein, dass durch die Erweiterung der Firma Arbeitsplätze gesichert werden, aber in der Anhörung vor einigen Jahren wurde uns zugesagt, dass bei solchen Dingen vorher Kontakt zu uns aufgenommen wird. Aber das war nicht der Fall.“ Am Freitagmorgen waren Firmenvertreter vor Ort, an der Spitze Werkleiter Ralf Berndt, und entschuldigten sich für die Panne. Der rückwärtige Teil werde begrünt und die Hecke in vollem Umfang ersetzt. Dennoch behalten sich Axel Hofmann und Walter Merz vor, sich über den Siedlerbund von einem Rechtsanwalt beraten zu lassen. „Da ist ja nun mal ein Schaden entstanden, für den jemand geradestehen muss.“

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