Baby-Notarztwagen nicht mehr erforderlich

Anke Schäfer, Thomas Winter, Dr. Bernd Köster und Jürgen Gust stellten die Clowns-Visite vor.

LÜDENSCHEID ▪ Der Baby-Notarztwagen ist Geschichte – eine sehr erfolgreiche Geschichte. Durch den Einsatz des Fördervereins „Kinderklinik Lüdenscheid und Baby-Notarztwagen“ konnte das Transportfahrzeug für Neugeborene im Sommer 1998 angeschafft werden und hat seitdem mehr als 2000 Einsätze gefahren.

Jetzt hat der speziell ausgerüstete Rettungswagen ein Alter erreicht, das eigentlich eine Neuanschaffung erfordert. Doch die ist nicht nötig, wie Dr. Bernd Köster, Direktor der Klinik für Kinder und Jugendliche im Klinikum, sowie Thomas Winter, Jürgen Gust und Anke Schäfer vom Förderverein am Dienstag erklärten. Einerseits habe sich die Geburtshilfe regionalisiert, so dass Transporte vor allem zu früh geborener Kinder zuletzt in benachbarte Kliniken statt nach Lüdenscheid erfolgten. „Die durchschnittliche Einsatzhäufigkeit des Baby-Notarztwagens ist daher auf etwa 70 Fahrten pro Jahr gesunken“, erklärte Dr. Köster. „Kein Transport ist immer noch besser als ein schonender Transport.“ Außerdem habe die technische Ausstattung der Rettungswagen erhebliche Fortschritte gemacht. Vor 12 Jahren sei die Federung der Tragentische alles andere als optimal für den Transport kranker Neugeborener unmittelbar nach der Geburt gewesen. Jetzt weise die hydraulische Federung, mit der die Rettungsfahrzeuge ausgestattet seien, keine Nachteile mehr im Vergleich zum Baby-Notarztwagen auf.

Selbstverständlich werde der Baby-Notarzt der Lüdenscheider Kinderklinik auch künftig die Geburtskliniken in der Umgebung versorgen. Die Transporte werden mit den städtischen Rettungsfahrzeugen durchgeführt. „Die Feuerwehr hat sichergestellt, dass die beiden Transportbrutkästen unserer Klinik in alle Einsatzfahrzeuge eingerüstet werden können.“ Der Förderverein stelle für den Übergang die Finanzierung von zwei fahrbaren Untergestellen zur Verfügung, die eine schonende Einrüstung der Brutkästen mit ihren verletzlichen Patienten gewährleiste.

Neben der Beschaffung und Ausrüstung des Baby-Notarztwagens hat der Förderverein in den vergangenen Jahren über die Spenden für zahlreiche weitere medizinische und humanitäre Verbesserungen bei der Behandlung Neugeborener gesorgt. 363 557 Euro hat der Verein, der sich jetzt in „Förderverein Kinderklinik Lüdenscheid“ umbenannt hat, gesammelt. Bald soll das Projekt Clowns-Visite umgesetzt werden. „Profis kommen in Abstimmung mit der Station und sollen Kindern und Müttern Freude bringen.“

Spenden sind willkommen auf dem Konto 120 501 bei der Sparkasse Lüdenscheid (BLZ: 458  500 05)

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