B229: Bald wieder Tempo 70 auf Bräuckenstraße

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Im Sommer soll die Schleudergefahr gebannt – und das Tempolimit auf 70 km/h erhöht werden.

Lüdenscheid - Eine gut ausgebaute Landstraße mit breitem Seitenstreifen und schlaglochfreier Fahrbahn – und trotzdem dürfen hier nur 50 Stundenkilometer gefahren werden. Seit Jahren ärgern sich Fahrer über das Tempolimit auf der unteren Bräuckenstraße und Werdohler Landstraße (B229) . Doch im Sommer wird Straßen.NRW den fehlerhaften Einbau von Nähten korrigieren und wieder Tempo 70 zulassen. Das bestätigt Straßen.NRW-Sprecher Michael Overmeyer auf LN-Anfrage.

Der Termin für die „Sanierung der Sanierung“ steht laut Overmeyer noch nicht exakt fest. Klar ist aber, dass die vergossenen Nähte zwischen den Fahrbahnhälften herausgefräst und durch einen Streifen Gussasphalt ersetzt werden sollen. Damit ist die Rutschgefahr bei Straßennässe für Kradfahrer gebannt – und die Fahrt für alle Verkehrsteilnehmer mit 70 km/h wieder möglich, erklärt Michael Overmeyer.

Wie teuer die ganze Geschichte wird, ist derzeit ebenso wenig klar wie die Antwort auf die Frage, wer die Maßnahme bezahlt. Denn die Tiefbaufirma Jungjohann, die die rutschigen Nähte seinerzeit eingebaut hatte, meldete im Januar ‘13 Insolvenz an. Die Regressforderungen von Straßen.NRW verpufften.

Die Bielefelder Firma mit einer Niederlassung in Iserlohn hatte zuletzt 33 Beschäftigte und war eine 100-prozentige Tochter der Unternehmensgruppe Gröschler GmbH aus Gütersloh mit 70 Leuten. Zahlungsunfähigkeit, unter anderem wegen verzögerter Schlusszahlungen der Auftraggeber, insbesondere der öffentlichen, zwang die Unternehmensführung Mitte Januar dieses Jahres ebenfalls in die Insolvenz. Gröschler existierte seit 1869 und zählte zu den ältesten Straßen- und Tiefbauunternehmen Deutschlands.

Möglicherweise muss der Steuerzahler über den Landesbetrieb aber nicht für die „Sanierung der Sanierung“ aufkommen. Wie Michael Overmeyer erklärt, sei die Schlussrechnung der Unternehmen noch offen, also nicht vollständig bezahlt. Einen Rechtsstreit über den Regress kann die Behörde gegen die insolventen Firmen wohl nicht führen. Aber der Insolvenzverwalter, heißt es, wird im Zweifel auf seinen Rechnungen sitzen bleiben.

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