Azubis im BKT begeistern chinesische Unternehmer

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Schulleiter Werner Lemmert (3. von links) begrüßte den CEO der „Baosteel Group“ (Mitte) am BKT.

Lüdenscheid - Von weither angereiste Gäste konnten jetzt am Berufskolleg für Technik in Lüdenscheid (BKT) begrüßt werden. Zusammen mit einer Delegation besichtigte der CEO des zweitgrößten Stahlwerkes der Welt, „Baosteel Group“, das Berufskolleg und verschiedene Unternehmen in Lüdenscheid.

Der Besuch hatte dabei nicht nur den Hintergrund, die heimischen Unternehmen kennen zu lernen und das Verhältnis zum BKT zu stärken, welches seit 1997 mit dem im Shanghai ansässigen Unternehmen eine enge Kooperation pflegt. Vielmehr ging es um die Art und Weise, wie junge Techniker in Deutschland ausgebildet werden und welche Möglichkeiten sich hier für den chinesischen Raum ergeben.

Hierzu führte Schulleiter Werner Lemmert die Delegation nicht nur durch die Ausbildungsbetriebe, die dem BKT angeschlossen sind, sondern ließ einige Schüler einen Vortrag über ihre Ausbildungsweise und ein eigens erarbeitetes Projekt präsentieren.

Kernstück des Vortrags war das von den Schülern während der Projektzeit gefertigte Endprodukt und die übergreifenden Kompetenzen, die vermittelt wurden. Denn die Schüler kommen alle aus verschiedenen Betrieben und gehen verschiedenen Ausbildungswegen nach – trotz kompetenter Ausbildungsmethoden in China war dies für die Gäste ein absolutes Novum.

„Wir gehen hier einer Dualen Ausbildung und der Frage nach, wie diese im modernen Unternehmen erfolgen kann“, erklärte Schulleiter Lemmert und betonte besonders die Ausrichtung hin zur selbständigen Problemlösung. Dies sei wichtig, um Kompetenzen zu fördern und prozessorientiert lernen zu können.

Die „Baosteel Group“ selbst unterhalte zwar auch eine Ausbildungsschule, hier gebe es aber vor allem einen Fokus auf Theorie. Oft fehle es dann an praktischer Erfahrung, erklärte Lemmert weiter. Daher sei ein Wissensaustausch der Methoden zwischen den Kooperationspartnern unerlässlich.

Dass die Schüler die Gäste aus Shanghai mit ihrem Vortrag überzeugen konnte, bewies der Applaus der Unternehmer nach dem Vortrag der Schüler.

Sowohl die Unternehmer als auch die Schulleiter wollen sich in Zukunft stärker für eine Kooperation, vor allem auf einen Austausch konzentrieren. „Im Moment gibt es nur einen Lehreraustausch unter den Schulen. Für die Zukunft wäre ein Schüleraustrausch wünschenswert“, sagte Lemmert. Auch die Schüler stimmten in diesem Punkt zu und würden eine solche Erfahrung für den weiteren beruflichen Werdegang sehr schätzen. „Leider unterstützen Firmen das nur selten“, erzählte Tommy Kemler. Für den 18-jährigen Auszubildenden steht aber fest: „Wenn es die Möglichkeit gäbe, würde ich sie sofort nutzen.“ - ff

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