Große Sorge um den Wirtschaftsstandort Deutschland

Corona-Angstkultur und Mitarbeiter-Ausfälle: Unternehmer aus MK gegen Kinder-Quarantäne

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Axel Turck im blauen Arbeitskittel an der Hohen Steinert bei Gesundheitsminister Jens Spahn: „Ich freue mich, dass sich Herr Spahn Zeit genommen und zugehört hat.“

Lüdenscheid – Axel Turck ist dieser Tage viel unterwegs. Er telefoniert, schreibt E-Mails. Der Geschäftsführer der Emil Turck GmbH & CIE. KG an der Werdohler Straße kämpft für sein Unternehmen, für neue Aufträge.

45 Mitarbeiter beschäftigt der Werkzeugbau, bisher ist das Traditionsunternehmen ohne Kurzarbeit durch die Krise gekommen. „Wir haben uns durchgeschlängelt, weil wir den Hintern hochbekommen haben. Aber die Auftragslage für das letzte Quartal ist nicht gut. Wir rechnen da mit einem extremen Rückgang“, sagt Turck, der im blauen Kittel den Wahlkampfauftritt von Jens Spahn besucht und dem Gesundheitsminister auch – ein wenig ungeplant vom Veranstalter – von den Sorgen der Kleinunternehmen, denen das Wasser bis zum Hals stehe, berichtet hat. 

Die Einschätzung Turcks deckt sich mit jener des Statistischen Bundesamts, das zuletzt genauer aufgeschlüsselt hat, welche Wirtschaftsbereiche im zweiten Quartal am meisten gelitten haben Ein Punkt als Ergebnis: Auch Unternehmen haben viel weniger investiert: Für neue Maschinen, Geräte und Fahrzeuge haben sie fast ein Fünftel weniger ausgegeben als im ersten Quartal 2020. „Im Moment kauft doch keiner Maschinen, weil er nicht weiß, ob er das, was er mit den Maschinen produziert, verkaufen kann.“ 

Von Spahn hat sich Turck die Verlängerung der Kurzarbeit gewünscht, der Gesundheitsminister hat versprochen, die Sorgen mitzunehmen nach Berlin. „Ich freue mich, dass sich Herr Spahn Zeit genommen und zugehört hat“, sagt Turck zufrieden, aber nicht entspannt. 

Der Diplom-Ingenieur hat auch am Samstag die Corona-Protestkundgebung am Rosengarten besucht. „Weg mit der Maske – sofort“, hat dort das Team um den Herscheider Stefan Radtke gefordert, mit klarem Fokus auf Schulen und Kitas dieser Tage. Turck stößt in dieselbe Kerbe, erst recht, seitdem in seiner Firma zwei junge Familien mit Kleinkindern betroffen sind und mit ihnen auch der Maschinenbau, denn die Mitarbeiter stehen nun nicht zur Verfügung. Aber die Arbeit ist da, sie muss gemacht werden. „Es tut weh, wenn diese Leute fehlen“, sagt er. 

"Ängste schaden dem Konsumverhalten aller Bürger"

„Ich bin mit der Regelung Kleinkinder, die negativ getestet werden und dann mit einem Elternteil, das ebenfalls negativ getestet wurde, in 14 Tage Quarantäne gesteckt werden, nicht einverstanden. Warum testet man dann überhaupt?“, stellt Axel Turck fest, „dann sofort Quarantäne, das erspart Kosten. In der Testreihe von Prof Wieland Kiess Dresden/Leipzig vorgenommen Bluttests (nicht PCR) hatte bei 2500 mehrfach getesteten Kindern nur ein Kind Antikörper. Kinder sind nicht die Superspreader.“

Turck hat selbst vier Kinder, ihm liege das Kinderwohl am Herzen, sagt er, in der Firma hatte er auch früh ein tragfähiges, überprüftes Hygienekonzept, an das man sich bis heute hält. Sein 85-jähriger Vater hat im Frühjahr im Krankenhaus gelegen, da hat er sich auch Sorgen gemacht. Turck ist kein Corona-Leugner und auch kein Verharmloser, aber er findet, dass aktuell zu viel Panik und Angst verbreitet wird. 

„Der wissenschaftlich nicht validierte PCR-Test hat eine Genauigkeit von 98 Prozent, das heißt, ca. 2 Prozent sind falsch positiv. Bei knapp 670 000 Tests in Kalenderwoche 32 sind also 13 400 falsch Positive möglich, dies sind Aussagen vom Bundesgesundheitsminister und vom RKI. Nach Aussagen von Volker Schmidt vom Märkischen Kreis ist diese neue Kinder-Quarantäne Regelung vom RKI festgelegt worden. Durch diese unnötige Quarantäne und die Betreuung der Kinder, werden wir unsere Unternehmen und unseren Staat weiter ruinieren.“ 

Turck will noch weiter nach Stuttgart an diesem Montag, neue Aufträge an Land ziehen. Er hat alles gesagt, was er sagen wollte an der Hohen Steinert, vielleicht noch dies: „Ängste schaden dem Konsumverhalten aller Bürger“, sagt Turck, „ich würde mir mehr Mut wünschen, das Leben normaler laufen zu lassen. Mehr Entspanntheit. Jens Spahn hat gesagt, dass es eine Dauerwelle ist, aber ich will nicht noch fünf weitere Jahre in Angst leben...“

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