Autowerkstätten im Wechselfieber

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Klaus Ballauf, Obermeister der Kfz-Innung und Geschäftsführer bei B+R Automobile, rät beim Reifenwechsel zur Spurvermessung.

Lüdenscheid - Von „O“ wie Oktober bis „O“ wie Ostern: Diese Faustregel dürfte jedem Autofahrer gegenwärtig sein. Gemeint ist die Zeit, in der das eigene Vehikel mit Winterreifen ausgerüstet sein sollte – und auch die Experten der heimischen Werkstätten und Autohäuser unterstreichen diesen Tipp.

Allerdings bemerken die meisten, dass es an der „Wechselfront“ noch einigermaßen ruhig zugeht – aber alle Werkstätten stecken bereits mittendrin.

Das noch recht milde Herbstwetter macht sich bemerkbar, so dass es noch keine Warteschlangen gibt und das Arbeitsaufkommen noch moderat ist, auch wenn durchweg empfohlen wird, sich frühzeitig um einen Termin zu kümmern.

Nicht ohne Termin vorbeikommen

Grundsätzlich empfehlen alle Lüdenscheider Werkstätten, nicht ohne Termin vorbeizukommen. Bei vielen ist aber noch relativ spontan etwas machbar, ergab unsere kleine, nicht repräsentative Umfrage. Aber das werde sich spätestens mit den ersten Wetterprognosen, die eine Änderung in Richtung Winter verheißen, ändern, betont nicht nur Alfons Wigger, Geschäftsführer des gleichnamigen Autohauses. Alle Befragten wissen, sobald die Temperaturen rapide sinken oder gar der erste Schnee fällt, wird es hektisch. Denn der Empfehlungen zum Trotz stehen dann alle auf einmal vor der Tür, sagt zum Beispiel Frank Kestel, Betriebsleiter beim Autohaus Nolte. Beim 1-2-3 Autoservice Helbig betragen die Wartezeiten für einen Reifenwechseltermin jetzt schon 10 bis 14 Tage. Wer neue Reifen brauche, müsse eine Lieferzeit von drei bis sieben Tagen einkalkulieren, sagt Sascha Helbig. Etwas anders sieht es bei ATU aus. Geschäftsleiter Martin Schlüchting empfiehlt ebenfalls, einen Termin auszumachen, aber oft sei das noch am selben Tag möglich. Außerdem habe ATU rund 4500 Neureifen auf Lager, gängige Größen in entsprechend großer Stückzahl. So hofft Schlüchting, bestens gerüstet zu sein.

Klaus Ballauf, Geschäftsführer von B+R Automobile und Obermeister der Kfz-Innung Lüdenscheid, berichtet, dass viele Kunden von sich aus Termine langfristig vereinbaren. Er empfiehlt, beim Reifenwechsel die Spur vermessen zu lassen, um Verschleiß vorzubeugen. Außerdem gerne genutzt werde das Angebot der Lichtwochen im Oktober, um für die dunkle Jahreszeit gut gerüstet zu sein. Ballauf erinnert daran, dass bei Neuwagen seit diesem Jahr Reifendrucksensoren Pflicht sind: „Das macht den Reifenwechsel ein bisschen aufwändiger.“

Bei Nolte gibt es Aktionssamstage zum Reifenwechsel, zu denen Kunden gezielt eingeladen werden. Die Termine seien schon gut gebucht, während der Woche sei aber noch etwas zu haben. Solche Aktionstage bieten viele Vertragshändler an. Beim Autohaus Wigger sind dafür bereits alle Termine vergeben. Vom VW-Autohaus Piepenstock an der Lutherstraße wurden darüber hinaus alle Kunden angeschrieben, deren Winterreifen dort eingelagert und wegen geringer Profiltiefe nicht mehr für die nächste Saison zu empfehlen sind, erklärte Serviceleiter Michael Schafflick. Aktuell seien Reifen für alle gängigen VW-Modelle auf Lager.

Lieferengpässe will keiner ausschließen

Engpässe bei der Lieferung neuer Winterrreifen will keiner ausschließen. Die Hersteller hätten bei der Produktion auf den vergangenen milden Winter reagiert, sagt Wigger. Bei Kompletträdern sieht Nina Trimpop, Inhaberin des gleichnamigen Autohauses, die Gefahr nicht: „Die bestellen wir vor.“ Kalkulationsgrundlage seien die verkauften Autos. Auch lose Reifen könnten noch kurzfristig besorgt werden. Aber wie sich die Nachfrage entwickelt, wagt keiner zu prognostizierten, schließlich wird die Wechselsaison ihren Höhepunkt erst erreichen, wenn das Wetter umschlägt.

Nicht nur Helbig und Schafflick weisen Autofahrer ausdrücklich darauf hin, dass Winterreifen nicht erst bei Schnee und Eis zu empfehlen sind. Schon bei Temperaturen unter zehn Grad Celsius sei die im Vergleich zu Sommerrreifen weichere Gummimischung die bessere Wahl. - Von Bettina Görlitzer

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