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Autos im Schlamm: Abschleppunternehmen aus MK im Dauereinsatz

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Von: Jona Wiechowski

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Vom Hochwasser bleibt nicht nur der Dreck im Auto, sondern auch der Geruch. © Wiechowski, Jona

Das Hochwasser hat auch die Autofahrer nicht verschont. Auf dem Parkplatz an den Altenaer Stadtwerken standen dutzende Autos fast bis zu den Scheiben unter Wasser, in der Rahmede und in der Nette wurden sie von den Fluten einfach mitgerissen. Stellt sich die Frage, ob solche Autos noch zu retten sind.

Lüdenscheid/Altena – Der ADAC rät in so einem Fall: „Keine Folgeschäden riskieren.“ Das heißt, das Auto gar nicht erst starten und bei Bedarf zum nächsten trockenen Ort schieben oder dahin abschleppen. Dann solle die Fahrzeugbatterie abgeklemmt und der Wagen in eine Werkstatt gebracht werden. Immerhin: „Für Schäden an Autos, die abgestellt waren und durch Hochwasser oder Ähnliches beschädigt wurden, kommt die Teilkaskoversicherung auf“, so der ADAC.

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl72.313 (Stand: 31.12.2019)

Schon vergleichsweise wenig Wasser kann großen Schaden anrichten. Reichte das Wasser bis unterhalb des Türschwellers, „sind Schäden nicht auszuschließen“, erläutert der Automobilclub. Sofern das Fahrzeug Auffälligkeiten zeige, wird empfohlen, alle Funktionsbauteile im Bodenbereich des Pkw checken zu lassen. „Ein Kostenvoranschlag von der Werkstatt schützt vor bösen Überraschungen.“

Ist das Wasser über den Türschweller gestiegen und sogar in den Innenraum eingedrungen, „sind Schäden sehr wahrscheinlich“, heißt es vom ADAC. Der empfiehlt in solchen Fällen, alle Funktionsbauteile des Autos, die mit Wasser in Kontakt gekommen sind, kontrollieren zu lassen und sicherheitsrelevante Dinge wie beispielsweise Gurtstraffer oder Gurtaufrollautomaten sicherheitshalber austauschen zu lassen. War das Wasser einmal so hoch, könne Schmutz in und unter den Bodenbelägen und Dämmmatten zurückbleiben. „Er lässt sich normalerweise auch mit einem Sprüh- oder Nasssauger nicht entfernen. In aller Regel müssen diese Teile deshalb ersetzt werden. Auch Tür- und Seitenverkleidungen sollten dann entfernt werden, um Hohlräume und das Innere der Türschweller auf Nässe und Verschmutzung zu kontrollieren“, schreibt der Autoclub.

Abschleppunternehmen aus MK im Dauereinsatz: Kabelbäume wohl größtenteils beschädigt

Richtig übel wird es, wenn das Auto bis zur Unterkante der Fensterscheibe unter Wasser stand - so wie es auch am Stadtwerke-Parkplatz in Altena bei einigen Autos der Fall war. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurden alle elektrischen und elektronischen Bauteile einschließlich der Kabelbäume beschädigt“, schätzt der ADAC ein. „Das Wasser erreichte aller Wahrscheinlichkeit nach Motor und Getriebe.“ Auch die Elektronik hinter dem Armaturenbrett dürfte damit zerstört sein, meinen die Experten und ziehen als Fazit: „wirtschaftlicher Totalschaden.“

So schätzt es auch Martin Stübner, Inhaber der gleichnamigen Autowerkstatt an der Bachstraße in Altena ein. Stehe das Wasser bis zur unteren Kante der Tür, könne man noch Glück haben. Steige es darüber und dringe in den Innenraum ein, „dann ist das ein wirtschaftlicher Totalschaden“, sagt er. Die Elektronikgeräte seien dann meistens beschädigt. Und: „Man bekommt den Geruch nicht mehr aus dem Auto raus“. Einen solchen Wagen bekomme man nicht wieder richtig hin. Hochwasser ist für so ziemliche jedes normale Auto gefährlich. Einen Unterschied zwischen Elektroauto und Verbrenner gebe es dabei nicht, so der ADAC. „Alle Stecker und Kontakte sowie die Hochvoltbatterie sind wasserdicht ausgeführt. Es besteht kein erhöhtes Stromschlagrisiko.“

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