Autoreifen, Schreibmaschine, Toilette, Feuerlöscher, Bauzaun

Stets mit Eifer dabei: Die Mitglieder des TuS Grünewald. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Nicht nur die Sonne lachte am Samstag zur Aktion „Sauberes Lüdenscheid“ vom Himmel, allerorts erstrahlt die Stadt in neuem Glanz. Mehr als 1400 Müllsammler engagierten sich in den vergangenen Tagen für eine saubere Stadt, um das zu entsorgen, was andere achtlos weggeworfen oder mutwillig in der freien Natur entsorgt hatten. Von Christina Gregoire

Besonders auffällig war diesmal die große Zahl von Autoreifen. 3,10 Euro für die Entsorgung eines Reifens ohne Felge (4,70 Euro mit Felge) scheint vielen Lüdenscheidern wohl zu teuer zu sein, also werfen viele die Pneus in die freie Natur.

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Aktion: Sauberes Lüdenscheid

In rund 30 abfallverschandelten Gebieten waren Privatpersonen, Vereinsmitglieder, aber auch Schüler und Kindergartenkinder unterwegs, um Müll aus der Natur zu klauben. Zahlreiche Greifzangen, gut 1400 Handschuhe und rund 1000 Müllsäcke hatte der STL für den „Frühjahrsputz“ zur Verfügung gestellt. Neun Container in verschiedenen Größen warteten im gesamten Stadtgebiet darauf, gefüllt zu werden. Für jeden ehrenamtlichen Helfer gab es von Bernd-Rüdiger Lührs, Vorsitzender des STL-Werksausschusses, und Heino Lange, stellvertretender Werkleiter, eine Freikarte für das Familienbad. Viele Gruppen verbanden die Reinigungsaktion mit einer kleinen Grillfeier, denn die Aktion fördere nicht nur die Sauberkeit in der Stadt, sondern auch das gesellschaftliche Miteinander, so Lührs.

Einer der jüngsten Müllsammler war der zweijährige Ewen Buschhaus, der seine Eltern und Nachbarn an der Homert unterstützte. Mit Treckern sammelte die Nachbarschaft einen Container voll Müll. „Nicht nur Autoreifen, auch Waschbecken, Toiletten, Fliesen – alles wurde mitten im Wald abgekippt“, empörte sich Mutter Stephanie Buschhaus. Die Inlinehockeyspieler „Sauerland Steelbulls“ säuberten das Gelände rund um die Bolzhalle und den Sportplatz Höh, an der THR holten rund 80 Schüler Müll aus dem Wald. „Schreibmaschine, Feuerlöscher oder ein Bauzaun, wer trägt das dahin und geht das Risiko ein, gesehen zu werden?“ fragte sich Rektorin Christiane Langs-Blöink. Tütenweise Pfandflaschen, Möbel sowie Unmengen an Kronkorken und Zigarettenkippen klaubten die Jugendlichen des Diabetikerzentrums aus dem Waldgebiet Eichholz. Das Gelände um die Verse reinigte die THW-Jugend. Die Reinigung der Altstadt hatte sich der Altstadt-Verein vorgenommen. Die Mitglieder des TUS Grünewald säuberten das Bahn-, Sport- und Spielgelände, die Mitglieder vom TuS Oberrahmede waren in Gevelndorf unterwegs. Auch Kleingartenvereine nutzten den Tag zum Großreinemachen. Einen erfolgreichen Kampf gegen verschmutzte Waldgebiete focht der Hegering: Die Mitglieder waren in verschiedenen Revieren unterwegs. Einige Rektoren hatten die Schüler aufgefordert, die Gebiete um die Schulen zu säubern. „Allerdings beteiligten sich in diesem Jahr deutlich weniger Schulen und Kindergärten“, bedauerte STL-Mann Frank Wiemer. „Ansonsten hätte es Rekordzahlen gegeben.“

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