Michael Wagner ist wieder aktiv

Mörderjagd durch Lüdenscheid

Autor Wagner Michael Lüdenscheid Krimi
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Der Lüdenscheider Autor Michael Wagner recherchiert für seinen neuen Lüdenscheid-Krimi.

Ob der damalige Vorsitzende des Bürgerschützenvereins Lüdenscheid, „Harry“ Schwald, seinen Namen behält oder am Ende vielleicht gar keine Rolle spielt, ob der Festplatz an der Hohen Steinert im Jahr 1976 Schauplatz eines gruseligen Verbrechens wird oder ob sich Lieselotte Larisch und Theo Kettling dort gemeinsam lediglich das eine oder andere Kaltgetränk genehmigen: All das spielt sich vorerst noch nur im Kopf des Schriftstellers Michael Wagner ab.

Lüdenscheid - Denn der Krimiautor hat den nächsten mörderischen Faden zum vierten Teil der Kettling-Larisch-Reihe aufgenommen. War Band drei mit dem charmanten Wortspiel „Still ruft der See“ durchaus auch im märkischen Umland angesiedelt, so wird Band vier wieder zentraler in Lüdenscheid spielen, verspricht der Autor im Gespräch mit unserer Zeitung. Derzeit ist er auf Recherchetour, sucht Informationen über die Kirmes des BSV auf der Hohen Steinert im Jahr 1976 und wandte sich an unsere Zeitung.

„Still ruft der See – ein Lüdenscheid-Krimi“ kam zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt auf den Markt der Krimi-Literatur. Nur wenige Wochen nach dem Erscheinen des Buches machte der bis heute andauernde kulturelle Lockdown Lesungen zunichte.

Wagner wurde 1968 hier geboren. Nachdem er seine Schullaufbahn abgeschlossen hatte, absolvierte er ein Studium der Produktionstechnik und beendete es als Diplom-Ingenieur dieser Fachrichtung. Später wandte er sich dem Journalismus zu. Allerdings: Zwischen der Idee, einen Krimi zu schreiben, und dem tatsächlichen Schreiben lagen an die zwei Jahrzehnte. Die versunkenen Dörfer in der Bigge-Talsperre standen im Mittelpunkt der dritten Mörderjagd der pensionierten Schulleiterin Lieselotte Larisch und des Frührentners Theo Kettling. Im ersten Teil der Reihe, dem „Lünsch-Mord“, ermittelten die beiden noch allein, im zweiten Teil „Im Grab ist noch ein Eckchen frei“ – bekamen sie als Helferin die junge Sabine an die Seite gestellt. Im dritten Band – Theo hatte „Rücken“ – nahm das Ermittler-Duo die Spur des Verbrechens auf, die sie am Ende zum versunkenen Dorf Listernohl im Biggesee führte. Das gesamte Dorf wurde ab 1960 nach Neu-Listernohl umgesiedelt, damit Mitte der 60er-Jahre mit dem Stau des Wassers in der Biggetalsperre begonnen werden konnte. Das einstige Dörfchen liegt eingeebnet auf dem Grund der Talsperre.

Michael Wagner hat in der Region viele Freunde.

Und der vierte Band? „Ich hab den Plot im Kopf und das Erscheinen des Buches für Herbst 2022 geplant“, lässt sich der Autor schon einmal über die schriftstellerische Schulter schauen. Mehrere böse Verbrechen, aber neben dem Wagner-eigenen Humor sollen auch diverse ernste Momente die Geschichte kennzeichnen. Am Anfang steht für den Schriftsteller immer die Recherche. Sein Selbstanspruch ist hoch, die Forschungen aufwendig. Seine Bücher über Lüdenscheid und die Verbrechen der Bergstadt sollen Erinnerungen wecken, möglichst genaue Erinnerungen. Für seine Recherchen über das Jahr 1974 in Lüdenscheid im ersten Band „Lünsch-Mord“ suchte er sich Hilfe bei einem, der’s weiß: Gerd Geisel, selbst bekannt als Autor und Referent der Bilderspaziergänge durch das alte Lüdenscheid. Der Verein Traditionsbus Mark-Sauerland lieferte gar Busfahrpläne aus dem Jahr 1974, damit Theo Kettling auch mit den richtigen Linien unterwegs ist.

Ich hab den Plot im Kopf und das Erscheinen des Buches für Herbst 2022 geplant.

Michael Wagner

Einen Titel für Band vier gibt’s noch nicht. Und er versuche, ökonomischer zu arbeiten, sagt Wagner, und ein Lächeln schwingt mit: „Man lernt, effizienter zu arbeiten, damit man das Schreiben nicht immer wieder unterbrechen muss, um zu recherchieren.“ Immerhin sei der Schriftsteller in ihm nur der Nebenberuf. Seine kriminalistischen Liebeserklärungen an das Sauerland führten ihn schon oft zu Lesungen in die Region, sei es im Stock an der Knapper Straße, in der Brügger Galerie Kümmel, bei den Turbo-Schnecken samt der westfälischen Rindfleischwurst „Saure Rolle“, die Lieselotte gerne mal selbst einlegt. Seine beiden Anti-Helden haben im Sauerland viele Freunde. So ist Michael Wagner trotz der fehlenden Lesereise doch recht zufrieden mit dem Verkauf des dritten Bandes: „Die Auflage verkauft sich trotz der Umstände ganz gut. Aber die ausgefallenen Lesungen will ich auf jeden Fall nachholen.“ Sobald man „das wieder darf“, will Wagner in Lüdenscheid lesen.

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