Ordnungsamt stellt Verstöße fest

Razzia in zehn Gastro-Betrieben in Lüdenscheid

Spielautomaten
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Pro Gaststätte sind ab sofort nur noch zwei Geräte erlaubt. 

Lüdenscheid – Die Stadt Lüdenscheid geht weiterhin konsequent gegen Verstöße in Gastro-Betrieben, Wettbüros und Spielhallen vor. Anfang Dezember kam es nach Informationen unserer Zeitung erneut zu einer Razzia in Betrieben im erweiterten Innenstadtbereich. 

Wieder wurden die Behörden fündig. Wie Stadtsprecherin Marit Schulte auf Anfrage bestätigte, führte das Ordnungsamt am 6. Dezember eine größere Kontrolle in insgesamt zehn Betrieben durch, in denen Glücksspielgeräte angemeldet waren. 

Dabei überprüften die Ordnungsamtsmitarbeiter die Einhaltung der neuen Spielverordnung, die erst wenige Wochen zuvor geändert worden war. Demnach dürfen ab dem 10. November 2019 in jedem Betrieb nur noch zwei statt bisher drei Glücksspielgeräte stehen oder hängen. 

Neue Regelungen gelten auch für Hotels und Hostels

Zudem gelten die Vorgaben ab sofort nicht nur für Imbisse, Gaststätten, Restaurants, Cafés, Wettbüros und Spielhallen, sondern zusätzlich auch für Beherbungsbetriebe wie Hotels oder Hostels. 

Viele Betriebe hatten pünktlich zur Neuregelung am 10. November die überschüssigen Glückspielautomaten abgebaut, aber nicht alle, wie Stadtsprecherin Schulte erklärte. In zwei der zehn Betriebe wurden noch drei Geräte gefunden. 

Automatenaufsteller wollen von Änderung nichts gewusst haben

Die Automatenaufsteller gaben gegenüber den Behörden als Begründung an, von der Änderung nichts gewusst zu haben. Die Geräte mussten umgehend aus dem Spiel genommen werden. 

Bereits am 11. September hatten Ordnungsamt, Polizei und Finanzamt insgesamt 14 Gastro-Betriebe in Lüdenscheid kontrolliert. In neun Kneipen waren damals illegale Glücksspielgeräte entdeckt worden. 

Razzia im September wegen Fun-Games in Lüdenscheid

Dabei handelte es sich um sogenannte „Fun-Games“ oder „Unterhaltungsspielgeräte“, bei denen anders als bei den staatlich zugelassenen Automaten nicht unmittelbar um Geld gespielt wird. Zwar wird noch Bargeld eingeworfen; zu gewinnen gibt es aber in der Regel virtuelle Punkte, die zumeist durch die Gaststättenbetreiber aus schwarzen Kassen ausgezahlt werden. 

Experten vom Arbeitskreis für Spielsucht vermuteten damals, dass die Automatenaufsteller mit den illegalen Geräten die drohenden Einnahmeverluste durch die Änderung der Spielverordnung Anfang November kompensieren wollten. 

"Spielerkarte" reduziert die Gewinnmöglichkeiten seit 2016

Bereits 2016 war die „Verordnung über Spielgeräte und andere Spiele mit Gewinnmöglichkeit“ angepasst worden. So wurde eine „Spielerkarte“ eingeführt, die das gleichzeitige Spielen an mehreren Geräten verhindern soll. Zudem wurden die Automatiktaste abgeschafft und der Verlust pro Stunde begrenzt. 

Den neun im September erwischten Betreibern droht nun ein Bußgeld. Über die Höhe sei noch nicht entschieden, sagte Stadtsprecherin Marit Schulte. Nachdem die Fristen zur Stellungnahme abgelaufen sind, würden die Bußgeldbescheide nun im neuen Jahr verschickt. Bei der Kontrolle Anfang Dezember hatte das Ordnungsamt keine illegalen „Fun-Games“ mehr entdeckt.

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