Autokennzeichen: Strichweise teurer Ärger

LÜDENSCHEID ▪ Ein kleiner Strich sorgt immer häufiger für Ärger. Weil das Autokennzeichen am Wagen hinter dem „MK“ ohne Bindestrich und auf dem Kfz-Schein mit Bindestrich geschrieben ist, mehren sich Beschwerden von Reisenden, die in Österreich und Italien bis zu 500 Euro Bußgeld bezahlen mussten.

Im Straßenverkehrsamt an der Heedfelder Straße ist das Problem bekannt – aber von hier aus nur bedingt lösbar, heißt es.

Kreis-Pressesprecherin Ursula Erkens berichtete gestern von „einigen Einzelfällen“: Demnach gehen alpenländische Polizisten bei Straßenkontrollen immer mal wieder gegen Autofahrer vor, weil Kennzeichen auf Kfz-Schein und Auto nicht übereinstimmen. Ursula Erkens: „Dass der Bindestrich auf dem Schild seit 1994 nicht mehr existiert, ist natürlich nicht neu, dass Behörden dagegen vorgehen, ist allerdings neu.“ Aber es gebe eine Stellungnahme des Verkehrsministers, nach der beide Schreibweisen „gleichberechtigt nebeneinander stehen“, so die Sprecherin.

Laut ADAC ist die juristische Grundlage eindeutig: „Die ordnungsgemäße Zulassung des Fahrzeugs steht auch im Falle der Eintragung eines auf dem Kennzeichen nicht vorhandenen Bindestrichs nicht infrage, so dass eine derartige Beanstandung durch ausländische Behörden unberechtigterweise erfolgen würde“, heißt es in einer Einschätzung des Automobilclubs.

Wer häufig mit dem Wagen in Österreich oder Italien unterwegs ist, sollte seinen Kfz-Schein nach Ursula Erkens’ Worten sicherheitshalber umschreiben lassen. „Das kostet bei uns elf Euro und ist günstiger als das Bußgeld“. Laut ADAC haben andere Bundesländer hingegen erklärt, für die Änderung keine Gebühren zu erheben.

Ob eine Änderung überhaupt nötig ist, bleibt offen. Die österreichische Botschaft in Berlin hat in einer „Klarstellung“ erklärt: „Kennzeichen können (...) mit oder ohne Trennungsstrich geschrieben werden.“ Beide Schreibweisen seien in Österreich gleichberechtigt gültig. „Für die Verhängung eines Bußgeldes besteht vor diesem Hintergrund keinerlei Rechtsgrundlage.“

Hoffentlich haben das auch die Beamten im Alpenland gelesen.

Olaf Moos

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare