Das Piepenstock-Verkaufsteam ist startklar

Autohaus-Betreiber im MK "heilfroh": Sie dürfen wieder öffnen

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Startklar für Montag: Das Piepenstock-Verkaufsteam Réne Kamphenkel, Mathias Severin, Verkaufsleiter Eric Unger und Jörn Scholz-Fischer (von links).

Lüdenscheid - Die vergangenen Wochen waren eine Kraftprobe für die Lüdenscheider Autohäuser. Die Verkaufsräume gesperrt und damit der Verkauf von Gebraucht- und Neuwagen nahezu unmöglich. Einzig der Werkstattbetrieb lief unter hohen Sicherheitsvorkehrungen weiter.

Hol- und Bringservice oder bargeldloses Bezahlen sorgten hierbei für den nötigen Schutz von Kunden und Mitarbeitern. Am Mittwochabend kam endlich die erlösende Meldung für die Autohändler: unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen, dürfen, unabhängig von der Größe der Verkaufsfläche, die Kfz-Händler am Montag wieder öffnen.

„Eine gute Nachricht“ für Dr. Michael Piepenstock, der sich Donnerstagmorgen direkt mit seinen Verkaufsleitern und Medienfachleuten in einer Telefonkonferenz über die anstehenden Maßnahmen beriet. „Die Sicherheits- und Hygienevorschriften sind bei unseren großzügigen Verkaufsräumen kein Problem“, sagt er. Mit den gebotenen Abstandsregelungen startet der Verkauf von Neu- und Gebrauchtfahrzeugen am Montag sowohl am Standort Lutherstraße als auch am Audi-Standort an der Nottebohmstraße. „Wir haben zudem angedacht unseren Mitarbeitern anzubieten, mit einem Mundschutz zu arbeiten. Den halten wir dann auch für unsere Kunden bereit – wenn sie es möchten“, so Dr. Piepenstock weiter. An den Serviceinseln installierte Acrylglasscheiben sollen für zusätzlichen Schutz sorgen. Den eingerichteten Hol- und Bringdienst von Fahrzeugen für den Werkstattbereich möchte Dr. Piepenstock weiterhin aufrechterhalten.

„Welche Maßnahmen jetzt nötig sein werden, das müssen wir heute im Laufe des Tages einmal sortieren“, sagt Annette Thewes, Leiterin Marketing und Kommunikation bei Mercedes Jürgens. Am Standort im Olpendahl lief zwar der Werkstattbetrieb unter den gebotenen Sicherheitsvorkehrungen weiter, die Verkaufsräume waren aber geschlossen. Ab Montag soll sich das nun ändern. „Wir werden auch hier die Abstandsregelungen und Hygienemaßnahmen befolgen, aber wie das konkret aussehen wird, darüber müssen wir heute erst einmal beraten“, sagt sie.

Mit „großer Erleichterung“ hat Petra Pientka, Geschäftsführerin von Gebrüder Nolte, die Nachricht aufgenommen. „Gerade habe ich mit unseren Betriebsleitern telefoniert und alles Nötige besprochen“, sagt sie. Eine der wichtigsten Nachrichten ist für sie dabei, dass ab Montag wieder „alle Mitarbeiter an Bord“ sein werden. „Wir sind sehr, sehr dankbar, dass unsere Mitarbeiter durch das Abbauen von Überstunden oder das Nehmen von Urlaubstagen, die schwierige Zeiten mitgetragen haben“, sagt Pientka.

Ab Montag soll an allen Standorten auch im Verkauf wieder durchgestartet werden. „Hierfür haben wir Vorsorge nach den nötigen Standards getroffen, vertrauen aber auch darauf, dass jeder Mitarbeiter und jeder Kunde die Abstandsregeln einhält. Auch bei der Serviceberatung setzt Pientka auf viel Abstand.

„Gerade eben habe ich wiederverwendbare Mund- und Nasenschutze aus Baumwolle für die Mitarbeiter bestellt, die es tragen möchten“, sagt sie. Dies wird in ihrem Unternehmen zwar keine Pflicht sein, aber sie „sehe es als Fürsorgecharakter ihren Mitarbeitern gegenüber“. Weitere kleinere Schutzmaßnahmen, wie die Bereitstellung von desinfizierten Kugelschreibern für die Unterschrift der Kunden sind in ihren Unternehmen längst etabliert.

Klaus Ballauf, Geschäftsführer von Toyota B&R Automobile und Kfz Innungsobermeister fiel bei der Bekanntgabe der Coronalockerungen „ein Stein vom Herzen“, wie er sagt. „Klar, wir haben in den letzten Wochen gezeigt, dass wir gewissenhaft mit dem Infektionsrisiko umgehen können, trotzdem haben wir Mittwochabend gespannt zugehört“, sagt er. Letztendlich habe er damit gerechnet, dass Autohäuser wieder öffnen dürfen, denn „wir können das genau so gut wie ein Baumarkt“.

Aller Euphorie zum Trotz warnt Ballauf aber auch, dass das noch nicht das Ende der Krise sei. „Es ist eine Erleichterung, aber wir sind da noch nicht durch.“ Und: „Gerade die letzten Wochen haben gezeigt, dass man Autos nicht online verkaufen kann. Die Kunden brauchen die Emotionen und das persönliche Gespräch“, sagt er. So sei er „heilfroh“, dass es nun weitergehen kann. „Ich denke, auch die Kunden warten darauf.“

Die Öffnung am Montag will er gewissenhaft, mit viel Distanz und weiterhin großer Sorgfalt vornehmen. Eine Mundschutzpflicht wird es in seinem Autohaus aber nicht geben, auch wenn er das Tragen eines Mundschutzes bei Mitarbeitern und Kunden begrüßen würde. „Jetzt werden wir erst einmal alle Autos waschen“, sagt er und schiebt gut gelaunt noch einen persönlichen Wunsch für die nächste Lockerung in der Corona-Krise hinterher: „Als nächstes würde ich mir wünschen, dass auch der Golfplatz wieder öffnen darf!“

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