Nach mehr als 15 Jahren

Autohaus Berker ist in der Insolvenz

LÜDENSCHEID ▪ Das Autohaus Berker mit Stammsitz in Werdohl und der Lüdenscheider Niederlassung an der Königsberger Straße ist in der Insolvenz. Seit mehr als 15 Jahren führten Vater Manfred und Sohn Uwe Berker die Renault-Betriebe in beiden Städten. Uwe Berker: „Mein Vater steigt aus Altersgründen aus dem laufenden Geschäft aus, und eine Nachfolge ist auch nicht gesichert.“

Dazu komme der anhaltende Abschwung, der sich bislang vor allem in Tageszulassungen und Rabatten ausdrücke. „Es ist dem Händler fast unmöglich, mitzuhalten, sodass wir eigentlich Monat für Monat den Bestell- und Verkaufszielen des Herstellers hinterher laufen. Die daraus resultierende geringe Rendite verursacht immer wieder Liquiditätsengpässe, die sich kaum noch ausgleichen lassen“.

Kenner des Autohandels in Deutschland seien überzeugt, dass neben diesen Ursachen die ganze Branche vor einer absehbaren, weiteren Existenzprüfung stehe, so Uwe Berker gegenüber den LN. Die Kunden seien immer weniger bereit, die hohen Preise für Neuwagen zu bezahlen.

Gespräche mit dem Hersteller, Renault Deutschland, würden geführt, um die Betriebe in Werdohl und Lüdenscheid auch in Zukunft weiterzuführen. „Wir werden versuchen mit Hilfe des vorläufigen Insolvenzverwalters Martin Buchheister das beste aus der Situation zu machen“.

Buchheister ist am Montag zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden. Gegenüber den LN erklärte er gestern auf Anfrage, von dem Konkurs seien 26 Mitarbeiter der Betriebe in Werdohl und Lüdenscheid betroffen. Es gebe keine Rückstände bei den Gehaltszahlungen; für die nächsten drei Monate bekämen die Berker-Angestellten Konkursgeld.

Martin Buchheister bestätigte, dass die Renault-Bank am vergangenen Freitag die ihr gehörenden Neuwagen von beiden Standorten habe abtransportieren lassen. Er bemühe sich nun, die Rahmenbedingungen für ein Fortbestehen der Autohäuser zu schaffen, das die Familie Berker ausdrücklich anstrebe.

Seine vordringliche Aufgabe bestehe deshalb nun darin, in Verhandlungen mit der Renault-Bank eine Lösung zu finden: „Ein Autohaus lebt nun einmal vom Autoverkauf.“ Seit gestern, so sagte Martin Buchheister weiter, stehe er in Kontakt mit der Bank. Über den gegenwärtigen Sachstand informierte der Insolvenzverwalter gestern die Mitarbeiter in Werdohl und Lüdenscheid während zweier Betriebsversammlungen.

omo/fin

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare