Autobumser: Berufung verworfen

Lüdenscheid/Hagen - 18 Monate nach dem Urteil gegen zwei Lüdenscheider, die im März 2013 vom Landgericht Hagen wegen einer umfangreichen Serie von fingierten Autounfällen zu Haftstrafen bis zu drei Jahren verurteilt wurden, ist die strafrechtliche Aufarbeitung der Taten immer noch nicht endgültig abgeschlossen.

Einen der bei mehreren Unfällen aktiven Mittäter verurteilte das Erweiterte Schöffengericht des Amtsgerichts Lüdenscheid am 5. Dezember wegen Beihilfe zum Betrug zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung. 1200 Euro sollte der Angeklagte als Bewährungsauflage an das Kinderhospiz in Olpe zahlen.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 43-Jährige an drei Unfällen in betrügerischer Absicht beteiligt gewesen war: Auf der Timberger Straße und auf der A45 hatte er bei nach Auffassung des Gerichts gestellten Unfällen am Steuer eines der beiden unfallbeteiligten Autos gesessen. Bei einem von vielen Unfällen auf der Oedenthaler Straße soll er als Halter eines der Fahrzeuge gewusst haben, dass mit diesem ein Versicherungsbetrug in Szene gesetzt werden sollte.

Die Kollision auf der Oedenthaler Straße war ein typisches Beispiel für das „Geschäftsmodell“ der beteiligten Betrüger gewesen: Teure Streifschäden an ein bis zwei Fahrzeugen, die auf einer der engen Straßen rund um Lüdenscheid einander angeblich nicht hätten ausweichen können.

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Ein moderates Urteil, wie Prozessbeteiligte am Mittwoch im Landgericht versicherten, wo eigentlich über die Berufung des 43-Jährigen gegen das Urteil des Amtsgerichts hätte verhandelt werden sollen. Doch es kam anders: Nach Ablauf der gerichtsüblichen Wartefrist von 15 Minuten verkündete der Vorsitzende Richter Dieter Krause: „Die Berufung gegen das Urteil wird verworfen.“

Endgültig rechtskräftig ist das Urteil des Amtsgerichts damit allerdings noch nicht. Sollte der Angeklagte gute Gründe für sein Fernbleiben gehabt haben, könnte er auf eine Wiedereinsetzung des Verfahrens hoffen. Ein solcher Grund könnte etwa ein ungeplanter Unfall auf dem Weg ins Gericht sein. - Von Thomas Krumm

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