Auszeichnungen für Annabel Stadler

Dr. Wolf-Dieter Hamperl hielt die Laudatio und überreichte den sudetendeutschen Förderpreis an Annabel Stadler.

LÜDENSCHEID ▪ Die Lüdenscheiderin Annabel Stadler hat für ihre Leistungen als Glasveredlerin zwei weitere Auszeichnungen erhalten. Nachdem sie für ihr Meisterstück auf der internationalen Glasmesse Glasstec bereits mit dem deutschen Glasveredlerpreis ausgezeichnet worden war, gab es jetzt in München den Kulturellen Förderpreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft im Bereich Bildende Kunst und Architektur.

Diese Auszeichnung freut die 24-Jährige besonders, weil damit nicht nur ihr eigenes Werk gewürdigt wird, sondern auch die Tradition ihrer Familie – Annabel Stadler ist Glasveredlerin in der fünften Generation. In seiner Laudatio ging Dr. Wolf-Dieter Hamperl, Bundeskulturreferent der Sudetendeutschen Landsmannschaft, sowohl auf die Familiengeschichte als auch auf den persönlichen Werdegang der jungen Frau ein.

„Ihre Familie steht seit dem 18. Jahrhundert in der Tradition des Glases in Böhmen“, betonte Hamperl. Die Großeltern hatten 1936 eine Glaserei in Brüx eröffnet. Nach der Vertreibung gelangte die Familie nach Lüdenscheid, wo sie 1952 mit einer Bauglaserei mit einer kleinen Schleiferei den Neuanfang wagte. Der Umzug zum heutigen Standort Am Olpendahl folgte 1979. Hamperl würdigte außerdem die Leistungen von Annabel Stadler, die nicht nur als Jahrgangsbeste ihre Ausbildung abgeschlossen hatte, sondern auch die Leistungswettbewerbe auf Kammer-, Landes- und Bundesebene gewonnen hatte. In diesem Jahr legte die 24-jährige erfolgreich die Meisterprüfung ab.

Der Sudetendeutsche Förderpreis wird in den fünf Kategorien Bildende Kunst und Architektur, Musik, Wissenschaft, Literatur und Publizistik sowie Volkstumspflege vergeben und ist mit jeweils 1000 Euro dotiert.

Dieser ist genau wie der deutsche Glasveredlerpreis für die junge Meisterin Ansporn auf dem eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. Bei der Glasstec in Düsseldorf hatte sich die Glasveredlerin mit ihrem Meisterstück gegen rund 50 Glaskünstler durchgesetzt: „Das ist nicht selbstverständlich“, sagt sie stolz. Dabei war es spannend, denn das Ergebnis wurde erst bei der Preisverleihung verkündet. Die künstlerische Tätigkeit „wird immer mein Steckenpferd bleiben“, sagt die 24-Jährige und kündigt an, weiterhin an Wettbewerben teilzunehmen. Aber sie sieht sich selbst nicht als Künstlerin: „Ich bin Glasveredlerin.“ Im Berufsalltag geht es da vor allem darum, nützliche Dinge zu veredeln. ▪ gör

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